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Verschiedenes

 
Rechtspopulismus | Rebellion der autoritären Charaktere
iz3w - Zeitschrift zwischen Nord und Süd | Ausgabe 359
(März/April 2017)

Rechtspopulistische Parteien und Bewegungen sind weltweit auf dem Vormarsch. Die Überlegungen der Kritischen Theorie zum „autoritären Charakter“ sind daher hochaktuell. Sie treffen recht genau, was geschieht, wenn beispielsweise Präsident Duterte in den Philippinen für seine demonstrativ zur Schau gestellte Verachtung von Menschenrechten gefeiert wird.

Das besonders Unheimliche am Rechtspopulismus ist, dass die Zustimmung zu ihm nicht erzwungen wird, sondern freiwillig erfolgt. Seine AnhängerInnen werden nicht einfach mittels gewiefter Demagogie ‚verführt’, sondern sie verlangen selbstbewusst nach all den Diskriminierungen, die von RechtspopulistInnen an der Macht zu Regierungspolitik gemacht werden. So kommt es zur Faschisierung ganzer Gesellschaften und zu militantem Antifeminismus.

In unserem Themenschwerpunkt fragen wir, was der Kampfbegriff Rechtspopulismus taugt, welche Verschwörungstheorien ihm zugrunde liegen und wie sich rechtspopulistische Strömungen in verschiedenen Ländern voneinander unterscheiden.
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Freiburger VAG: Wechsel zum Jahresfahrplan 2017
Der Wechsel auf den Jahresfahrplan 2017 findet bei der Freiburger Verkehrs AG (VAG) am Montag, 6. März 2017, statt. Das ungewöhnliche Datum für einen Fahrplanwechsel hängt unmittelbar mit zwei innerstädtischen Baustellen zusammen, für die der Stadtbahnverkehr in der Kaiser-Joseph-Straße zwischen Siegesdenkmal und Bertoldsbrunnen bis in den Dezember hinein unterbrochen werden muss. In der nördlichen Kaiser-Joseph-Straße werden die Gleise und Haltestellen komplett erneuert; im Friedrichring finden zeitgleich Bauarbeiten für die Stadtbahn Rotteckring statt.

Um den Fahrgästen nicht binnen weniger Monate zwei Fahrplanwechsel zuzumuten hat die VAG ihren Jahresfahrplan 2016 bis zum 6. März dieses Jahres weiterlaufen lassen.

Baustellenbedingte Änderungen bei den Linien 2, 4, 14 und 27

Die größten Änderungen im Jahresfahrplan ergeben sich aus der Streckensperrung in der nördlichen Kaiser-Joseph-Straße. Hiervon sind die Stadtbahnlinien 2 und 4 sowie die Buslinien 14 und 27 betroffen:

Die Stadtbahnlinie 2 wird von Günterstal kommend nur bis „Bertoldsbrunnen“ verkehren und von dort als Stadtbahnlinie 4 weiter in den Freiburger Westen bis zur aktuellen Endhaltestelle „Technische Fakultät“ geführt. Dementsprechend fährt die Linie 4 von der technischen Fakultät kommend bis Bertoldsbrunnen, wechselt dort die Liniennummer und fährt als Linie 2 weiter nach Günterstal. Im Tagesverkehr wird hier ein 10-Minuten-Takt angeboten.

Von Norden kommend wird die Stadtbahnlinie 4 zwischen der Endhaltestelle „Gundelfinger Straße“ in Zähringen bis zur provisorischen Haltestelle „Siegesdenkmal“, die sich in Höhe des sich derzeit im Bau befindlichen Hotel „Motel One“ befindet, fahren. Im Tagesverkehr wird hier ein 7,5-Minuten-Takt angeboten. Im anschließenden Abendverkehr wird auf dem nördlichen Ast der Linie 4 ein 15-Minuten Takt gefahren.

Die Fahrten der Omnibuslinie 14 werden – im Tagesverkehr in gewohnter Weise im 15-Minuten-Takt – über die Stefan-Meier-Straße, Albertstraße und Habsburger Straße zur Ersatzhaltestelle „Siegesdenkmal“ geführt. In der Albertstraße wird dabei eine zusätzliche Haltestelle „Hebelstraße“ bedient.

Der Takt der Omnibuslinie 27 wird im Tagesverkehr auf einen 15-Minuten-Takt verstärkt. Auf Höhe der Deutschen Bundesbank ist eine Ersatzhaltestelle „Siegesdenkmal“ eingerichtet. Durch die Kombination der beiden Omnibuslinien 14 und 27, die jeweils im 15-Minuten-Takt verkehren, ist gewährleistet, dass es auf jede Fahrt der Stadtbahnlinie 4 auf dem nördlichen Ast eine weiterführende Busverbindung gibt.

Weitere Änderungen im Jahresfahrplan 2017

Die seit Dezember 2015 angebotene zusätzliche Andienung des Linienabschnittes „Munzinger Straße“ – „Paduaallee“ in Freiburg-St. Georgen durch die Omnibuslinie 11 wird wegen zu geringer Nachfrage wieder eingestellt und wie in den Jahren zuvor ausschließlich durch die Omnibuslinie 24 angedient.

An Samstagen wird die Omnibuslinie 11 im Tagesverkehr vom bisherigen 20-Minuten-Takt auf einen 15-Minuten-Takt verstärkt, um die Anbindung von St. Georgen an diesem Wochentag zu verbessern.

Für Freiburg-Littenweiler ergibt sich eine organisatorische Änderung: Im Fahrplan 2016 wurde auf der Omnibuslinie 17 die Bezeichnung 17A ausgesetzt, um eine einheitliche Benennung der Buslinien ohne Buchstaben zu erhalten. Auf mehrfachen Wunsch wird mit dem Fahrplanwechsel der Rundkurs auf der Linie 17 wieder als 17A betitelt. Die Linienführung hingegen bleibt wie im Vorjahr und führt von der Laßbergstraße über die Pädagogische Hochschule zum Löwen, in umgekehrter Richtung vom Löwen über die Reinhold-Schneider-Straße zur Laßbergstraße.

Wegen der Innenstadtbaustelle ist es betrieblich notwendig, dass die Stadtbahnlinie 1 von Landwasser kommend zu Zeiten des gemeinsamen Anschlusses als erstes Fahrzeug am Bertoldsbrunnen ankommen muss. Deshalb ist es erforderlich, dass die Linie 1 an der Endhaltestelle „Moosweiher“ in Landwasser 2 Minuten früher als bisher üblich abfahren muss. Um einen reibungslosen Anschluss von der Omnibuslinie 36 zur Stadtbahnlinie 1 zu ermöglichen, ist es nicht mehr möglich, dass alle Fahrten der Omnibuslinie 36 über die Haltestellen „Zum roten Stein“ und „An der Hohlgasse“ führen. An den beiden genannten Haltestellen in Freiburg-Hochdorf entsteht 2017 während der Anschlusszeiten ein Stundentakt. Ab der Haltestelle „Benzhauser Straße“ besteht jedoch nach wie vor ein 30-Minuten Takt. Die Omnibuslinie 36 aus Hochdorf kommend erreicht auf diese Weise rechtzeitig die Haltestelle „Moosweiher“ und somit den Anschluss zur Stadtbahnlinie 1.

Für Freiburg-Lehen wird jetzt eine zusätzliche Bedarfsfahrt zur Haltestelle „Lehen Ziegelei“ angeboten. Diese startet um 22.30 Uhr ab der „Paduaallee“ und ist um 22.34 Uhr an der Haltestelle „Lehen Ziegelei“. Gefahren wird jedoch nur bei tatsächlichem Bedarf, also dann, wenn sich zur Abfahrtszeit ein Fahrgast an der Haltestelle „Paduaallee“ befindet. Eine telefonische Bestellung ist nicht erforderlich.

Im Vergleich zum aktuellen Fahrplan wurden einige Abfahrtszeiten ab „Paduaallee“ um wenige Minuten verschoben, um die Verteilung der Fahrten zu verbessern. Die Anzahl der Fahrten insgesamt orientiert sich jedoch auch zukünftig an dem bisherigen Fahrtenbestand.

Auf der Linie 10 verkehrt die Fahrt um 22.12 Uhr ab der „Gundelfinger Straße“ über das Industriegebiet Nord zukünftig ausschließlich nach Vorbestellung, statt wie bisher als Linientaxi ohne Vorbestellung. Die Fahrten mit dem bisherigen Linientaxi wurden leider kaum genutzt, so dass nun ein Anruf zur Leitstelle erfolgen muss, damit die genannte Bedarfsfahrt stattfindet. Zur Vorbestellung der Fahrt ist die Telefonnummer 0761-4511-451 zu wählen. Die telefonische Vorbestellung sollte bis 30 Minuten vor der Abfahrtszeit erfolgen.

Die Linie 24 wird auch zukünftig, wie seit September 2016, zu den Starkverkehrszeiten zwischen der „Munzinger Straße“ und „Gundelfingen Bahnhof“ verkehren.

Nachtverkehr und Safer Traffic

Für Freiburg-Zähringen sowie auch für nördlich von Freiburg gelegene Gemeinden, die am Safer Traffic teilnehmen, ergibt sich baustellenbedingt eine relevante Änderung. Im Nachtverkehr – also in den Nächten von Freitag auf Samstag, Samstag auf Sonntag sowie vor ausgewählten Feiertagen – wird auf dem Zähringer Ast die Stadtbahnlinie 4 wie gewohnt im 30-Minuten-Takt verkehren. Der Takt wird jedoch 15 Minuten versetzt zu den anderen Stadtbahnlinien (ab der Haltestelle „Bertoldsbrunnen“) an der Ersatzhaltestelle ‚Siegesdenkmal‘ starten. Ziel ist es, Nachtschwärmerinnen und Nachtschwärmern mit Anreise aus Osten, Süden und Westen trotz der Unterbrechung in der nördlichen KaiserJosef-Straße einen Anschluss nach Norden zu ermöglichen. Aufgrund der veränderten Abfahrtszeit in der Innenstadt verschiebt sich die Ankunft der Linie 4 an der Endhaltestelle „Gundelfinger Straße“ sowie auch die Weiterfahrt mit den Safer Traffic Anschlusstaxen nach hinten. Die Safer Traffic Taxis mit Abfahrt ab der ‚Gundelfinger Straße‘ werden daher auf die neuen Ankunftszeiten angepasst und verkehren um 2.00 Uhr, 3.00 Uhr, 4.00 Uhr und 5.00 Uhr nach Gundelfingen und Wildtal, Heuweiler,

Reute und Vörstetten.
Der Linienast „Technische Fakultät“ – „Bertoldsbrunnen“ der Linie 4 wird im Nachtverkehr mit dem Rieselfelder Ast der Linie 5 verbunden.

Stadtbahnhaltestelle umbenannt
Die bisherige Haltestelle „Technisches Rathaus“ wird zum Fahrplanwechsel in „Rathaus im Stühlinger“ umbenannt.
 
 

 
Inkontinenz­produkte
Viele güns­tige Produkte von den Kassen bieten nicht genügend Sicherheit

Ein sensibles Thema und unschön für alle Betroffenen: Inkontinenz. 9 Millionen Deutsche leiden darunter, ihre Blase nicht kontrollieren zu können. Viele von ihnen klagen, dass sie von ihrer Krankenkasse teils mit unzu­reichenden Produkten versorgt werden. Knisternde Vorlagen oder unzu­verlässige Windels­lips müssen aber nicht sein, sagt die Stiftung Warentest, die 19 Produkte im Labor und mit knapp 200 Probanden im Praxistest geprüft hat. Es gibt auch gute – nur sind die oft teuer. Sie können jedoch mit der Kasse verrechnet werden.

Manche Inkontinenz­produkte sorgen für peinliche Erleb­nisse wie Geraschel oder Nässegefühl. Es geht aber auch besser. Produkte der Marken­hersteller Hartmann und SCA (Tena) sind nach einem Test der Stiftung Warentest zuver­lässig und diskret, aber teurer als die Test­verlierer. Gesetzlich Versicherten werden oft nur güns­tige Produkte erstattet – wer unzufrieden ist, sollte mit seiner Kasse oder dem Versorger verhandeln. Ausgerechnet die beste Produkt­gruppe im Test – Einmalhosen, Pants genannt – werden von den Kassen in der Regel nicht erstattet.

Eine Geburt, Prostata­erkrankungen oder die Wechsel­jahre können die Blase schwächen. Hier­zulande ist jede/r Zehnte betroffen, Frauen häufiger als Männer, unter den 60– bis 79-Jährigen bis zu 40 Prozent, Tendenz: steigend. Oft helfen Beckenbodentraining, Elektrostimulation oder Bio-Feedback. Gerade unterwegs bieten aufsaugende Hilfs­mittel Schutz: Vorlagen, Windels­lips und Pants. Die März-Ausgabe der Zeit­schrift test veröffent­licht test-Qualitäts­urteile, aber auch Tipps zum Umgang mit der Inkontinenz, mit Kasse und Arzt. Außerdem gibt es viele nützliche Infos und Beschreibungen der Produkte für alle, die selbst betroffen sind oder sich um Angehörige kümmern.

Der ausführ­liche Test Inkontinenz­produkte erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift test (seit 23.02.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/inkontinenzprodukte abruf­bar.
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Karlsruhe: Altersresidenz als Rettung für Elefantenkuh Lina
Zoo Karlsruhe übernimmt Notfalltier aus Osteuropa / Maya soll im Sommer kommen

Im Zoologischen Stadtgarten ist heute die 45 Jahre alte Asiatische Elefantenkuh Lina angekommen. Dem Tier, das gesundheitlich angeschlagen und sehr abgemagert ist, soll in der Altersresidenz für Elefanten kurzfristig geholfen werden. Lina stammt aus einer osteuropäischen Privathaltung, lebte in einer Gruppe bestehend aus drei Elefanten.

Die anderen beiden Elefanten hatten das Tier aus der Gruppe verstoßen, es war seit Monaten einzeln gehalten worden. Der bisherige Besitzer hatte keine adäquate Unterbringungsmöglichkeit mehr für die Elefantenkuh und war mit dieser Situation völlig überfordert. Das Tier konnte bei ihm nicht ausreichend warm gehalten werden, hatte kaum noch etwas gefressen und ist stark abgemagert.

"Wir haben von diesem Fall und der ausweglosen Situation vom bisherigen Halter erfahren. Er hat sich an uns gewandt und dringend um Hilfe gebeten. Wir waren damit in der moralischen Verpflichtung zu handeln. Sonst wäre sie gestorben", betont Zoodirektor Dr. Matthias Reinschmidt: "Es gibt keine Auffangstation, die das Tier übernehmen konnte. Auch Anfragen bei anderen Zoos ergaben keine Möglichkeiten, einen älteren Elefanten kurzfristig aufzunehmen, bei den gesundheitlichen Voraussetzungen."

Der bisherige Halter hat das Tier am frühen Morgen persönlich nach Karlsruhe gebracht, es folgten erste Untersuchungen durch Zootieräztin Anna Hein. "Wir hoffen, dass wir den Elefanten wieder stärken und gesundpflegen können, so dass er noch einige gute Jahre vor sich hat", betont Revierleiter Robert Scholz. "Aktuell geht es um eine akute Hilfsaktion, die aus Tierschutzsicht ganz wichtig ist. Dafür stehen wir mit unserer Altersresidenz für Elefanten", ergänzt Reinschmidt.

Elefantenhaus vorerst geschlossen

Auch wenn der Transport im Winter gerade für ein geschwächtes Tier ein Risiko darstelle, habe es keine Alternative gegeben, so Reinschmidt: "Wenn wir das Tier nicht sofort übernommen hätten, wäre nicht sicher gewesen, wie lange es noch überlebt hätte." Die kommenden Tage soll Lina zur Ruhe kommen, deshalb bleibt das Elefantenhaus vorerst geschlossen, die anderen Elefanten sind auf der Außenanlage zu sehen.
Die 45-jährige Elefantenkuh soll sich im Stall akklimatisieren, gut gefüttert und medizinisch versorgt werden. "Es geht aktuell nicht um eine Zusammenführung mit den anderen drei Elefanten im Zoo, Lina hat genug mit sich selbst zu tun und muss wieder zu Kräften kommen", erläutert Scholz. Die insgesamt fünf Tierpfleger im Dickhäuterhaus werden dafür ihr Möglichstes tun.

Unberührt von diesem akuten Handlungsbedarf bei diesem Fall bleibt es dabei, dass Elefantenkuh Maya im Sommer nach Karlsruhe umziehen soll. Sie war jahrelang mit Nanda zusammen in einem Zirkus, der hauptsächlich im Berliner Raum gastiert. Seit Nanda wegen fast vollständiger Erblindung im vergangenen Jahr in den Zoo abgegeben wurde, ist Maya alleine in dem Zirkus gehalten worden. Mit diesem gibt es allerdings bereits einen Vorvertrag, Maya soll so mit Nanda im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe wieder vereint werden.

Da der Ausbau der Elefanten-Außenanlage aber erst im kommenden Herbst startet und im Frühjahr 2018 seinen Abschluss finden soll, muss eine Zwischenlösung gefunden werden, da die bisherige Außenanlage per Übergangsregelung nur für vier Tiere zugelassen ist. "Wir werden uns deshalb darum bemühen, wenn Lina wieder fit ist, sie vorübergehend in einem anderen Zoo unterzubringen", sagt Reinschmidt. Zu dem bisherigen Halter wird sie nicht mehr zurück kommen. Eine entsprechende Vereinbarung wurde geschlossen.

Nötige Kompetenz und Einrichtung in Karlsruhe

"Auch wenn die Übernahme von Lina einen großen Aufwand für uns bedeutet und gerade die Tierpfleger sich enorm einbringen müssen, lohnt es sich dennoch. Wir haben mit unserer Altersresidenz für Elefanten die Kompetenz und Einrichtung, die für diesen wichtigen Tierschutzfall notwendig ist. Deswegen scheuen wir uns nicht, unser Know-how in Pflege und Tiermedizin zum Wohle des Elefanten einzusetzen", so der Zoodirektor.

Mit der Altersresidenz für Asiatische Elefantenkühe wurde bereits in dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe dieses wichtiges Tierschutzprojekt verankert. Damit wurde die Möglichkeit gegeben, etwa ältere Zirkuselefanten aufzunehmen, die nicht mehr reisen sollen, oder Zooelefanten, die nicht mehr zusammen mit ihren bisherigen Gruppen leben können.
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Freiburg: Ergebnisse aus Untersuchung zu Verkehrsverhalten
Freiburg fährt sehr viel Rad, läuft zu Fuß oder nimmt den öffentlichen Nahverkehr, aber selten nur das Auto

Knapp achtzig Prozent der Wege in der Stadt umweltfreundlich zurückgelegt

Freiburg fährt sehr viel Rad, läuft zu Fuß oder nimmt den öffentlichen Nahverkehr, aber selten nur das Auto – das sind knapp die Ergebnisse aus der umfangreichen Untersuchung im Auftrag des Garten- und Tiefbauamts zum Verkehrsverhalten der Freiburger Bevölkerung bei ihren Wegen durch die Stadt. Rund 1.600 Haushalte mit 3.600 Personen hatte das mit der Befragung betraute Institut letztes Jahr in Freiburg angeschrieben und um ein Wegetagebuch an einem Stichtag im Juni oder Juli sowie Oktober oder November gebeten. Gefragt wurde nicht nach Meinungen, Einstellungen oder Wünschen, sondern nach dem tatsächlichen Verkehrsverhalten der befragten Personen an diesem Stichtag. Zuletzt waren für Freiburg vergleichbare Zahlen 1999 erhoben worden, davor 1982. Zeitgleich zur jetzigen Erhebung in Freiburg ließ der Zweckverband Regio-Nahverkehr (ZRF) gleich viele Haushalte und Personen in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald und Emmendingen befragen. Hier werden die Ergebnisse Mitte des Jahres zusammen mit den Ergebnissen der regionalen Verkehrserhebung vorgestellt.

Die genaueren Ergebnisse dieses sogenannten „Modal-Splits“ sind: Das Fahrrad ist mit 34 Prozent mit Abstand das wichtigste Verkehrsmittel für die Freiburgerinnen und Freiburger, gemessen an der Zahl der Wege, die innerhalb des Stadtgebietes zurückgelegt werden. Zu Fuß läuft die Freiburgerin oder der Freiburger mit 29 Prozent knapp ein Drittel der Wege. Damit werden mit 63 Prozent annähernd zwei von drei Wegen nicht motorisiert, sondern mit Fahrrad oder zu Fuß in Angriff genommen. Rechnet man die 16 Prozent, bei denen Stadtbahn, Bus oder S-Bahn das Verkehrsmittel der Wahl sind, dazu, sind es 79 Prozent aller Wege, die Freiburgs Bürgerinnen und Bürger umweltfreundlich zurücklegen.

Angesichts dieser Zahlen stellt Oberbürgermeister Dieter Salomon bei der Vorstellung der Ergebnisse fest: „Freiburg fördert sowohl den ÖPNV, das Fahrrad als auch den Fußverkehr. Dies ist das Erfolgsrezept, mit dem es der Stadt seit Jahren gelingt, den Anteil des umweltfreundlichen Verkehrs in der Stadt zu steigern.“ Er weist darauf hin, dass dies nur möglich ist durch das Zusammenwirken der Anstrengungen von Stadt, Freiburger Verkehrs AG (VAG) und weiteren Anbietern, die die Verkehrslandschaft gestalten. „Vor allem aber die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, sich umweltverträglich zu verhalten und die Angebote auch anzunehmen, ist Grundlage dieses guten Ergebnisses“, erklärte Salomon.

Auch der Minister für Verkehr des Landes Baden-Württemberg, Winfried Hermann, gratulierte der Stadt zu ihren verkehrspolitischen Erfolgen: „Die Stadt Freiburg hat gezeigt, dass Kommunen mit ausgewogenen Gesamtkonzepten für den Verkehr viel zur Förderung einer klima- und stadtverträglichen Mobilität erreichen können. Das Land hat dafür gerne auch seine Förderung zur Verfügung gestellt.“

Für die Interpretation ist zu beachten, dass dieses Ergebnis ausschließlich auf Wegen basiert, die in der Stadt begannen und auch endeten, also dem Binnenverkehr. Er stellt die Mobilität der in Freiburg wohnenden Menschen innerhalb der Stadt dar. Für solche eher kürzeren Wege wird mehr zu Fuß gegangen oder Rad gefahren.

Zwischen 1999 und 2016 nahm der Anteil der Fußgängerinnen und Fußgänger wieder von 23 auf 29 Prozent zu, nachdem er zwischen 1982 und 1999 stark zurückgegangen war. Den größten Höhenflug nahm der Anteil des Fahrrads, er stieg nochmals deutlich von 27 auf 34 Prozent. Der Vergleich der Zahlen von 1999 mit 2016 zeigt für den öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) eine leichte Abnahme von 18 auf 16 Prozent. Dabei ist zu beachten, dass der Anteil des ÖPNV genauso wie der des Radverkehrs jahreszeitlich und wetterabhängig schwankt. Die absoluten Fahrgastzahlen der VAG weisen im gleichen Zeitraum ein Wachstum um 20 Prozent auf. Sehr wichtig ist vor allem, dass der Anteil der Wege, die mit dem Auto zurückgelegt werden, deutlich von 32 auf 21 Prozent abgenommen hat.

„Dieser Wert ist für die Stadt aber auch bundesweit Spitze“, freut sich OB Salomon. „Freiburg ist zurzeit in Deutschland vermutlich die Stadt mit dem geringsten Anteil an Autoverkehr und dem höchsten Anteil des sogenannten Umweltverbundes in der Verkehrsmittelwahl, also Fahrrad, ÖPNV und zu Fuß“, erklärte Bürgermeister Prof. Martin Haag. Vergleicht man dies mit anderen Städten, die für hohe Anteile bei den umweltfreundlichen Verkehrsarten bekannt sind, zeigt sich für Freiburg eine Besonderheit. Hier sind sowohl die Anteile des ÖPNV als auch die Anteile von Fuß- und Radverkehr hoch.

Für die Stadt Freiburg bedeuten die Zahlen auch, dass bereits jetzt die Zielwerte des Verkehrsentwicklungsplans von 2008 deutlich übertroffen sind. „Auch das Ziel des Radkonzeptes 2020, den Radverkehr auf über 30 Prozent zu steigern, ist bereits erreicht“, bilanziert der Leiter des GuT, Frank Uekermann.

Der sehr hohe Anteil des Rades an den Modal-Split-Werten ist für Haag sehr plausibel: „Die vielen Radlerinnen und Radler sind täglich im gesamten Stadtgebiet zu sehen. Fahrrad zu fahren, sich zu bewegen und aus eigener Kraft fortzubewegen, gehört für viele Freiburger Menschen zum Lebensgefühl. Es wird als Teil der Freiburger Lebensqualität empfunden“, kommentiert Haag.

Das gesamte Verkehrsgeschehen auf Freiburg Straßen wird die Verwaltung mit Hilfe eines neuen Verkehrsmodells im zweiten Halbjahr 2017 betrachten. Denn die Freiburger Erhebung ist Teil der Erarbeitung eines neuen rechnergestützten Verkehrsmodells für Freiburg und die Region mit den Landkreisen Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Das Modell dient dazu, auf der Basis einer möglichst realitätsnahen Abbildung des aktuellen Verkehrsgeschehens Prognosen oder Szenarien zur Verkehrsentwicklung darzustellen zu können. Die benötigt man für die Planung von Verkehrsvorhaben wie Stadtbahnen oder Straßenbau oder im Zusammenhang mit der Stadtentwicklung bei der Flächennutzungsplanung, der verkehrlichen Einbindung von Baugebieten und anderem. Auch können damit Aussagen zu den Umweltauswirkungen der Planungen abgeleitet werden wie zum Beispiel der Kohlendioxidausstoß.

Mit der Befragung war das Institut Omnitrend, Empirische Forschung und Analyse, Leipzig beauftragt. Ausgewertet hat die PTV Planung Transport Verkehr AG, Karlsruhe, die auch das neue regionale Verkehrsmodell für die Stadt Freiburg und den ZRF entwickelt.

Die Finanzierung der Haushaltsbefragung sowie des städtischen Teils des Verkehrsmodells in Höhe von 300.000 Euro kam vollständig aus dem Klimaschutzfond der Konzessionsabgabe. Der Gemeinderat hatte 2014 beschlossen, dass 25 Prozent der Konzessionsabgabe, die Badenova an die Stadt Freiburg bezahlt, für Klimaschutzprojekte verwendet werden. Die Daten aus dem Modal-Split sind wichtig für die Steuerung von Klimaschutzaktivitäten im Verkehr. Eine Aktualisierung galt als dringlich, weil die städtischen Klimaschutzziele nur durch eine auf guten Daten basierende, aktive Unterstützung der umweltfreundlichen Verkehrsträger erreicht werden können.
 
 

 
Baufinanzierung: Nur 5 von 21 Banken und Vermitt­lern beraten gut
Ob Wohnung oder Haus, für Immobilienkäufer bleibt eine gute Beratung die Ausnahme. Im Praxis­test zur Baufinanzierung stellte Finanztest bei vielen der 21 getesteten Banken und Kredit­vermitt­lern erhebliche Mängel fest. Mal klaffte im Finanzierungs­plan eine Lücke von vielen tausend Euro, mal waren die Kreditraten für den Kunden viel zu hoch. Im Angebot fehlten oft wichtige Informationen über die Rest­schuld oder Möglich­keiten zur Sondertilgung. Und einige Kredite waren einfach viel zu teuer, berichtet Finanztest in ihrer März-Ausgabe und unter www.test.de/baufi-beratung.

Der Testfall war nicht schwer, er hätte den Beratern keine Probleme bereiten dürfen. Doch viele Bank­berater patzten gleich mehr­fach. So empfahl ein Mitarbeiter der Sparda West eine Kreditsumme, die fast 33.000 Euro höher war als der Kreditbedarf des Kunden. Die monatliche Kreditrate war zu hoch und die Kredit­kombination passte nicht zusammen.

Die Bilanz der insgesamt 143 Test­gespräche in jeweils sechs bis sieben Filialen von Banken und Kredit­vermitt­lern ist ernüchternd. Die meisten Banken kamen über ein Befriedigend oder Ausreichend nicht hinaus. Zwei Banken erhielten sogar ein Mangelhaft. Nur fünf Baufinanzierer über­zeugten mit durch­dachten Finanzierungs­konzepten, nied­rigen Zinsen und meist übersicht­lichen Kredit­informationen.

Wer einen Baukredit braucht, kann sich gut vorbereiten und Schwächen bei der Bank­beratung ausgleichen. Finanztest zeigt, was Bauherren und Immobilienkäufer selbst dafür tun können, um eine passende Finanzierung zu bekommen.

Der ausführ­liche Test erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 15.02.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/baufi-beratung abruf­bar.


Drei Fragen an Renate Daum, Finanztest-Redak­teurin:

Wie gut ist die Bank­beratung für die Baufinanzierung?
Leider erlebten unsere Tester über die Jahre einige mangelhafte Beratungen. Das wird dann schnell sehr teuer für den Kreditnehmer. Schon allein, wenn die Finanzierung nicht passt, zieht das leicht Mehr­kosten in fünf­stel­liger Höhe nach sich.

Was können Immobilienkäufer tun?
Einiges. Das gilt vor, während und nach einem Beratungs­termin. Wer gut vorbereitet ist, hat zudem gute Chancen, schnell eine verbindliche Kredit­zusage zu bekommen und schafft es damit vielleicht Mitbewerber um eine begehrte Immobilie auszustechen.

Wie bereitet man sich am besten vor?
Gleich nach dem Entschluss zum Immobilienkauf sollte man über die Finanzierung nach­denken und ausrechnen, wie hoch Kredit und Kauf­preis ausfallen dürfen. Nutzen kann man dafür unsere Anleitung oder unseren Internetrechner (www.test.de/rechner-baufinanzierung).

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"Praxistest Baufinanzierung"

von Heinz Landwehr, Chefredakteur Finanztest

Für den Kauf einer Immobilie oder den Bau eines Hauses geben die Menschen in Deutschland sehr viel Geld aus. Allein im Jahr 2016 schlossen sie Baukredite über ein Volumen von mehr als 235 Milliarden Euro ab. Das ist fast so viel wie im Rekordjahr 2015.

Um mehrere Hunderttausend Euro geht es bei der richtigen Finanzierung der Traumimmobilie. Auf die Empfehlung eines Bankberaters allein sollte sich niemand verlassen. Denn dann wird das Projekt oft unnötig teuer und kann schnell zu einem finanziellen Reinfall werden.

Immer wieder empfehlen Berater Finanzierungen, deren Kreditraten sich der Kunde gar nicht leisten kann. Die monatlichen Raten sind oft zu hoch. In manchen Fällen reicht die Kreditsumme nicht, um die Immobilie zu finanzieren. Und viele Finanzierungen sind schlicht zu teuer.

Unser Test der Beratung zur Baufinanzierung hat diese Risiken deutlich zutage gefördert. Wir haben in 143 Testgesprächen bei 21 Banken und Vermittlungsgesellschaften geprüft, wie gut sie Kunden beraten, die einen Kredit für ihre Immobilie benötigen. Passt das Angebot zur Lebenssituation? Ist es kostengünstig? Informiert der Berater umfassend und verständlich über die monatliche Belastung, über die Laufzeit des Kredits und die einzelnen Kreditbausteine?

Die Ergebnisse sind ernüchternd. Denn vielen Beratern unterliefen schwere Fehler. Wären die Kunden ihren Empfehlungen gefolgt, hätten sie viel Geld in den Sand gesetzt. Neben dem Testsieger, der Frankfurter Volksbank, erreichten die Frankfurter Sparkasse, die Vermittler Dr. Klein und Interhyp sowie die Stadtsparkasse München ein „Gut“. Das Gros der Anbieter war jedoch nur „befriedigend“ oder „ausreichend“. Die Berater der Sparda West und der Sparkasse Köln-Bonn machten so schwere Fehler, dass beide Institute die Note „Mangelhaft“ erhielten.

Bemerkenswert ist, dass von den überregionalen Baugeldanbietern nur Dr. Klein und Interhyp eine gute Note erreichten. Die Allianz, die Deutsche Bank und die Hypovereinsbank erwiesen sich als nur befriedigend und gehören damit zum Mittelmaß. Die Commerzbank und Postbank erhielten sogar nur ein „Ausreichend“. Beide schrammten knapp an einem „Mangelhaft“ vorbei.

Für den Test haben wir 21 Anbieter von Immobilienfinanzierungen entsprechend ihrer Marktbedeutung ausgewählt: Vertreten waren große überregionale Banken, eine Versicherung, die Allianz, überregionale Vermittler sowie große regionale Institute der Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Unsere Tester vereinbarten jeweils sieben Beratungsgespräche in verschiedenen Geschäftsstellen.

Der Testfall hätte keinem Berater Probleme bereiten dürfen: Ein Ehepaar wollte eine Eigentumswohnung kaufen, die je nach örtlichen Marktverhältnissen 250 000 bis 425 000 Euro kosten sollte. Die Eheleute verfügten über ein solides Eigenkapital und konnten sich mit ihrem Einkommen eine Tilgung in Höhe von mindestens 3 Prozent leisten. Zu dem Beratungsgespräch brachten sie ein Exposé ihrer Wunschimmobilie mit sowie eine Auflistung ihres Vermögens und ihrer laufenden Einnahmen und Ausgaben.

Vielen Beratern half das leider nicht – sie pfuschten schon beim Fundament der Finanzierung. So übersahen sie, dass die zukünftigen Eigentümer ja nicht nur die monatliche Kreditrate, sondern auch das Hausgeld für Heizung, Wasser und sonstige Nebenkosten zahlen mussten. Für die Immobilien der Testkunden wären das bis zu 450 Euro im Monat gewesen. Andere Berater scherten sich bei den monatlichen Ausgaben nicht um die Angaben der Kunden, sondern setzten einfach niedrigere Lebenshaltungskosten an. So war in jedem vierten Testfall die monatliche Kreditrate um mehr als 100 Euro zu hoch. Besonders häufig passierte das den Beratern der Commerzbank, Hypovereinsbank, der Sparda München und der Sparda West.

In manchen Fällen reichte die empfohlene Kreditsumme gar nicht aus, um die Immobilie zu finanzieren. Hier setzten Berater einfach vorhandene Sparbriefe als Eigenkapital an, obwohl diese Geldanlagen erst in zwei Jahren frei waren. Eine solche Finanzierungslücke klaffte besonders häufig bei der Allianz, der Deutschen Bank und der Postbank.

Viele Testkunden erhielten auch Geld im Überfluss: So empfahl ein Mitarbeiter der Sparda West einen Kredit, der fast 33 000 Euro höher war als der Bedarf, den er zuvor selbst ermittelt hatte. Der Kunde zahlt dann unnötig viel Zinsen, auch weil ein höherer Kreditanteil am Kaufpreis den Zinssatz in die Höhe treibt.

Ein Erlebnis der besonderen Art hatte ein Testkunde bei der Berliner Sparkasse. Die Beraterin erklärte ihm, dass er laut EU-Richtlinie keinen Kredit für die gewünschte Wohnung bekommen könne, da er schon 45 Jahre alt sei und den Kredit nicht bis zur Rente tilgen könne. Das ist schlicht Unsinn. Nach der sogenannten Wohnimmobilienkredit-Richtlinie reicht es aus,
wenn Kunden ihre finanzielle Verpflichtung aus dem Vertrag „wahrscheinlich“ erfüllen können. Das stand bei unserem Testkunden völlig außer Frage. Die Richtlinie verpflichtet Banken, die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden genau zu prüfen. Offensichtlich hat die heftige Kritik an dieser Vorgabe in den letzten Monaten besonders seitens der Sparkassen hier zu Missverständnissen geführt.

Unser Test zeigt, wie viel Geld Kunden mit der passenden Finanzierung sparen oder unnötig ausgeben. So empfahl ein Berater der Commerzbank das „ZinsGarantieModell“. Das ist eine spezielle Kreditkombination mit einem Bausparvertrag, für die die Bank mit „Zinssicherheit“ und „günstigen Konditionen“ wirbt. Tatsächlich ist das Modell kompliziert und teuer. Bei vergleichbaren Angeboten günstiger Banken hätte der Kunde rund 35 000 Euro weniger Zinsen gezahlt. Zudem hätte er sich das Commerzbank-Modell gar nicht leisten können, da die Monatsrate für ihn um 350 Euro zu hoch war.

Die hohen Kosten dieses Angebots aus Kredit und Bausparvertrag konnten Laien nicht erkennen. Ähnlich wie andere Banken verschwieg die Commerzbank den Effektivzins für die gesamte Laufzeit der Kombination, obwohl diese Angabe seit März 2016 gesetzlich vorgeschrieben ist. Der Zins lag nach unseren Berechnungen bei 2,7 Prozent. Zu dem Zeitpunkt war ein vergleichbarer Kredit schon für rund 1,5 Prozent zu haben.

Dass ein niedriger Zins für eine gute Baufinanzierung entscheidend ist, liegt auf der Hand. In unseren Testfällen macht ein um 0,5 Prozentpunkte besserer Zins im Schnitt eine Ersparnis von fast 20 000 Euro aus. Um eine günstige Finanzierung anzubieten, muss eine Bank nicht unbedingt ihre eigenen Kredite zu Topzinsen verkaufen. Es reicht, wenn sie auf gute Angebote von Kooperationspartnern zurückgreift. Die Frankfurter Volksbank wurde auch deshalb Testsieger, weil sie günstige Kredite der Münchener Hypothekenbank mit Riestergeförderten Darlehen der Bausparkasse Schwäbisch Hall kombinierte.

Kunden müssen verstehen können, was Berater empfehlen. Schließlich geht es um sehr viel Geld. Ein Schmierzettel mit unverständlichen Abkürzungen, wie ihn ein Berater der Sparda Baden-Württemberg aushändigte, reicht natürlich nicht. In jeder fünften Beratung bekamen unsere Tester keine Tilgungspläne und manchmal erfuhren sie nicht einmal, wann sie ihre Schulden voraussichtlich los sein würden. Das Europäische Standardisierte Merkblatt ESIS, das alle wichtigen Kreditkonditionen enthält, händigte nicht einmal jeder dritte Berater aus. Vor Abschluss des Vertrages ist die Bank dazu gesetzlich verpflichtet. Kundenfreundlich wäre es aber, das Blatt schon nach der ersten Beratung mitzugeben. Denn dann können Kunden Angebote verschiedener Banken leichter vergleichen und Fehler wie zu hohe Kreditraten erkennen.

Neben vielen kritischen Punkten gibt es aber auch Positives. Die meisten Berater empfahlen eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren. Solche langen Laufzeiten sind im aktuellen Zinstief sinnvoll. Wichtig ist es, dass der Kreditnehmer trotzdem noch flexibel bleibt und zwischendurch Sondertilgungen leisten oder die Tilgungsrate verändern kann. Dann passt sich der Kredit ein Stück weit Veränderungen im Leben an.

Gute Beratung ist kein Zufall, sondern hat System. Der Testsieger, die Frankfurter Volksbank, schnitt bereits in unserem Beratungstest im Jahr 2013 am besten ab. Und sie lag auch vorn im Test der Anlageberatung der Banken im vergangenen Jahr. In den Gesprächen wurde deutlich, dass die Berater einem einheitlichen Standard folgen. Die Testkunden erfuhren sofort, dass es noch ein zweites Gespräch geben würde. Die Berater erfassten systematisch die Kundensituation und entwickelten im Gespräch das Gerüst der Finanzierung. Sie schickten dem Kunden anschließend einen schriftlichen Vorschlag und begründeten ihre Empfehlungen. Die Kunden erhielten übersichtliche Informationen und konnten sich gut auf das nächste Gespräch vorbereiten.

Banken, die schlecht abgeschnitten haben, sollten klare Leitlinien für die Beratung entwickeln und sicherstellen, dass ihre Berater sie auch befolgen

Aber auch die Kunden sind gefragt. Sie können viel dafür tun, dass sie mit einem schlechten Berater zu einer guten Finanzierung kommen. Schon während der Suche nach eine Immobilie sollten sie für sich klären, wie hoch Kredit und Kaufpreis ausfallen dürfen.

Dazu sollten sie einen Kassensturz machen, verfügbares Eigenkapital, ihre monatliche Einnahmen und Ausgaben auflisten und überlegen, ob Änderungen ihrer finanziellen Situation absehbar sind.

Diese Punkte müssen Kunden in der Beratung klar benennen und darauf bestehen, dass sie im Anschluss übersichtliche Informationen zu den Eckpunkten der Finanzierung erhalten. Das sind insbesondere die Kreditsumme, die Laufzeit, der Effektivzins, die monatliche Belastung, die anfängliche Tilgungsrate und die Restschuld nach Ablauf der Zinsbindung. Diese Informationen sind in dem ESIS-Blatt zusammengefasst.

Damit ist es möglich, zu vergleichen. Insgesamt sollten Kunden wenigstens zwei bis drei weitere Angebote einholen. Sie können sich auch bei einer Verbraucherzentrale beraten lassen.

Wer sich selbst schlau macht, wird eine Finanzierung erhalten, die wirklich zu ihm passt und viel Geld sparen. Und das Gefühl, dem Berater nicht ausgeliefert zu sein, ist auch nicht schlecht.
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Reiseimpfungen von der Krankenkasse
Einen Zuschuss zahlt fast jede Kasse – mehr oder weniger

Wenn einer eine Reise tut, sollte er sich vorher über sinnvolle Impfungen informieren. Die Ständige Impfkommission empfiehlt je nach Ziel bis zu neun Impfungen. Das kann mitunter teuer werden, schreibt die Zeitschrift Finanztest in der März-Ausgabe und hat aufgelistet, welchen Beitrag die Krankenkassen leisten. Manche beteiligen sich mit 50 Euro pro Jahr, andere übernehmen 100 Prozent der Kosten. Gut zu wissen: Allein die Kombi-Impfung gegen Hepatitis A und B kostet 240 Euro. Online ist der Artikel unter www.test.de/krankenkassen veröffentlicht.

Aus Kostengründen sollte niemand auf wichtige Impfungen verzichten. Wenn eine Kasse hierfür zahlt, kann das durchaus ein Grund für einen Wechsel sein. Immerhin übernimmt jede zweite der abgefragten 25 Krankenkassen sämtliche empfohlenen Impfungen, und teilweise auch spezielle Immunisierungen gegen Japanische Enzephalitis und Malaria-Prophylaxe. Aber „gerade große Kassen wie Barmer, KKH, AOK Baden-Württemberg und AOK Bayern sind wenig spendabel“, schreibt Finanztest; hier sind zum Teil nur 50 bis 100 Euro Zuschuss drin. Die Art der Bezahlung ist ebenso unterschiedlich: Mal reicht die Chipkarte, mal muss man in die Vorleistung gehen und sich das ausgelegte Geld von der Kasse zurückholen.

Ganz wichtig ist es aber, sich vor der Reise genau beraten zu lassen, welche Impfung überhaupt nötig ist. Eine Cholera-Impfung oder eine gegen Meningokokken ist nicht für jeden Trip sinnvoll. Außerdem sollte genügend Zeit für eine Immunisierung eingeplant werden. Manche Impfungen müssen in gewissem zeitlichem Abstand wiederholt werden.

Der ausführliche Artikel inklusive einer Tabelle mit den Leistungen für Reiseimpfungen bei 25 Krankenkassen erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 15.02.2017 am Kiosk) und ist im Produktfinder Krankenkassen unter www.test.de/krankenkassen abrufbar.
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Private Krankenversicherung: Wie Versicherte ihre steigenden Beiträge reduzieren
Viele privat Krankenversicherte haben ein Problem: Ihre Beiträge steigen zum Teil stark an, sie können aber nicht ohne weiteres bei einem anderen Unternehmen einen günstigeren Vertrag abschließen. Denn dabei verlieren sie die Rückstellungen für höhere Krankheitskosten im Alter, die ihr Krankenversicherer im Laufe der Jahre bildet. Ein anderer Versicherer kann daher noch höhere Beiträge verlangen oder Kunden wegen Vorerkrankungen ablehnen. Die Stiftung Warentest zeigt in der März-Ausgabe ihrer Zeitschrift Finanztest, wie privat Versicherte durch einen Tarifwechsel bei derselben Versicherungsgesellschaft dennoch ihre Beitragslast reduzieren und mehrere Hundert Euro im Jahr sparen können. Online ist der Artikel unter www.test.de/pkv-tarifwechsel veröffentlicht.

Rechtlich ist der Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung kein Problem: Das Versicherungsvertragsgesetz garantiert, dass Kunden jederzeit in andere gleichartige Tarife ihres Versicherers wechseln dürfen und alle ihre im alten Vertrag erworbenen Rechte behalten. Die Praxis sieht aber oft anders aus – und das trotz der „Leitlinien für einen transparenten und kundenorientierten Tarifwechsel“, die der Verband der Privaten Krankenversicherung herausgegeben hat. Kunden werden über günstige alternative Tarife, die für sie infrage kommen, schlecht informiert.

Dabei zählt nicht nur der Beitrag – wichtig ist, den Leistungsumfang des bestehenden Vertrages möglichst zu erhalten. Nur den Selbstbehalt zu erhöhen oder auf Leistungen zu verzichten, ist keine gute Lösung. Ob der Versicherer hier immer die für den Kunden optimalen Vorschläge macht, ist nicht nachprüfbar. Deshalb heißt es für Wechselwillige: Punkt für Punkt den eigenen Vertrag mit möglichen Alternativen vergleichen. Die Erfahrungen der Finanztest-Leser zeigen, dass viele durch beharrliches Nachfassen am Ende ein besseres Angebot als das ursprüngliche erhielten. Finanztest zeigt, wo die Fallstricke liegen und wie man Schritt für Schritt zu einem günstigeren Tarif kommt.

Wem der Aufwand zu hoch ist: Mittlerweile gibt es zahlreiche Dienstleister, die beim Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung helfen. Das können Versicherungsmakler, Versicherungsberater oder auch Rechtsanwälte sein. Die meisten erhalten kein Geld vom Versicherer, sondern ein Honorar vom Kunden. Die Höhe der Vergütung kann sich nach der erzielten Ersparnis, einem Stundensatz oder einem Pauschalbetrag richten.

Der ausführliche Artikel zum Tarifwechsel in der privaten Krankenversicherung erscheint in der März-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 15.02.2017 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/pkv-tarifwechsel abrufbar.
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