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Montag, 4. März 2024
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Verschiedenes

 
Silvesternacht: Stadtbahn- und Busverkehre liefen störungsfrei
Freiburg. „Eine der ruhigsten Silvesternächte der vergangenen Jahre“ konnte VAG Betriebsleiter Johannes Waibel am frühen Morgen des 1. Januars bilanzieren. Die Bus- und Stadtbahnverkehre in Freiburg verliefen in der Silvesternacht ruhig, sehr geordnet und fahrplanmäßig. Negative Ereignisse gab es in den Fahrzeugen und an den Haltestellen der Freiburger Verkehrs AG (VAG) so gut wie keine zu vermelden. Das Fahrgastaufkommen war hoch, doch alles lief diszipliniert ab. Dies lag an der weitgehend friedlichen Stimmung der Fahrgäste. Dank der seit einigen Jahren in der Silvesternacht in jeder Stadtbahn mitfahrenden zusätzlichen VAG Personale liefen auch alle Betriebsabläufe reibungslos.

Viele Fahrgäste nutzen die Straßenbahnen aus allen Himmelsrichtungen, die um 23.30 am Bertoldsbrunnen eintrafen, um zum Feiern in die Innenstadt zu fahren. Im Stadtzentrum selbst setzte sich nach den Beobachtungen des zahlreich vor Ort anwesenden VAG-Aufsichtspersonals auch in diesem Jahr der Trend fort, dass sich direkt am Bertoldsbrunnen deutlich weniger Menschen aufhalten, als dies noch vor einigen Jahren regelmäßig der Fall war.

Aus Sicht der VAG hat sich die verlängerte Sperrpause in der Silvesternacht beim Bertoldsbrunnen bewährt. Passanten konnten sich auf diese Weise sicher in diesem Bereich aufhalten und es war genug Zeit, um die Gleisbereiche durch gründliche Reinigung wieder störungsfrei befahrbar zu machen.

Neben den vielen in der Silvesternacht zusätzlich eingesetzten Personalen der VAG will das Nahverkehrsunternehmen auch ganz speziell den vielen Polizistinnen und Polizisten ein großes Dankeschön aussprechen, die oftmals schon alleine durch ihre Präsenz für Ruhe und Sicherheit sorgten.

Viele der zusätzlichen VAG Personale, die in dieser Nacht für einen reibungslosen Verkehr sorgten, trafen sich in den frühen Morgenstunden im VAG Zentrum, um sich zum Start des neuen Jahres beim gemeinsamen Grillen zu stärken.
 
 

 
Keine „Selbstverinselung“
PREDIGT VON STADTDEKAN ENGELHARDT AM ENDE DES JAHRES

Freiburg. Am letzten Tag des Jahres 2018 bringe ein Satz das aktuelle Zeitgefühl auf den Punkt, obwohl man diesen Satz gar nicht mehr hören mag: „Am Jahresende geht es um eine Welt, die aus den Fugen geraten ist“. Dies sagte Stadtdekan Markus Engelhardt bei seiner Predigt am Altjahrsabend, 31. Dezember in der Christuskirche. Die sogenannte bipolare Weltordnung, die im Ost-West-Konflikt des vergangenen Jahrhunderts „inmitten der Ängste damals, doch auch eine Art Verlässlichkeit hatte“ sei erloschen. Stattdessen habe sich „eine einzige große, diffuse Unübersichtlichkeit ausgebreitet.“ In dieser komplexen Gemengelage schlage „die Stunde der großen Vereinfacher und flotten Erklärer“ sagte Engelhardt. „Wir erleben zurzeit ja eine Selbstverinselung der Staaten, einen überwunden geglaubten Nationalismus, der sein Heil im Abbruch von Außenbeziehungen, von mühsamen Vermittlungsprozessen sieht. Raus aus dem Komplexen, hin zu einem vermeintlich einheitlichen Wir der Nation, der Herkunft und Kultur. Im wortwörtlichen Sinn erleben wir diesen Willen zur Verinselung gerade beim Brexit-Chaos.“

Diese „Versuchung der Verinselung“ betreffe auch die Stadt, so Engelhardt. „Ich habe schon die Sorge, dass bei der Kontroverse über die Frage „Soll Dietenbach kommen oder nicht?“ sich unterschwellig auch so eine Stimmung „Freiburg den Freiburgern“ breit macht.“

Trost bezieht der Theologe aus dem „spröden Predigttext“ aus dem Buch des Propheten Jesaja (Kapitel 51, Verse 4 bis 6). Der habe auch etwas „Wohltuendes und Heilsames. „Er sagt uns: Auch der größte Fisch ist und bleibt nichts als ein Fisch. Und wer heute in der Sehnsucht nach dem starken Arm auf dicke Arme macht, ist und bleibt eben doch eine der Mücken, die morgen dahinsterben. Jeder steile Aufstieg erfährt irgendwann seinen Fall.“, erklärte Engelhardt in seiner Textauslegung.
Dem gegenüber bleibe sich Gott im „verworrenen Steigen und Fallen unserer Zeit“ selber treu. Die Geschichte von Stall von Bethlehem erinnere daran. Denn die beginne mit einem tiefen Fall, der aber am Ende ein Aufstieg wurde.

Die komplette Predigt ist bei www.evangelisch-in-freiburg.de nachzulesen.
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Die Dachdeckung an der Spitalkirche in Nördlingen wird gefördert
Meisterwerk im Altstadtensemble der Reichsstadt

Für die Instandsetzung des Dachs über der Spitalkirche in Nördlingen stellt die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) dank der Lotterie GlücksSpirale 90.000 Euro zur Verfügung. Den dazugehörigen symbolischen Fördervertrag überbringt bei einem Pressetermin vor Ort am Freitag, den 28. Dezember 2018 um 11.00 Uhr Holger Göttler vom Ortskuratorium Fränkische Stadtbaumeister der DSD, an Oberbürgermeister Hermann Faul für die Vereinigte Wohltätigkeitsstiftungen Nördlingen.

Die Spitalkirche, Teil des ehemaligen Heilig Geist-Spitals, dessen dreiseitige Anlage aus dem 15. und 16. Jahrhundert stammt, ist zusammen mit dem Spital Teil des überregional bedeutenden Altstadtensembles Nördlingen und schon in der Haager Liste verzeichnet. Das Spital wurde ursprünglich von den Brüdern des Ordens vom Heiligen Geist geleitet.

Das Gotteshaus, das mit der Westfassade in die Bebauung der Baldinger Straße eingebunden ist, besitzt an der Ostseite als ältesten noch erhaltenen Bauteil des Klosters den leicht eingezogenen dreiseitigen gotischen Chor aus der Zeit um 1340. Der Chor umfasst ein Drittel der gesamten Kirche. Das Chordachwerk ist eine stuhllose Kehlbalkenkonstruktion mit Scherenaussteifung. Das einschiffige Langhaus und der Turm sind jüngeren Datums.

Die Nordseite des Schiffs und die Chorfassaden prägen Strebepfeiler, die wie die spitzbogigen Maßwerkfenster aus Sandsteinquaderwerk gefertigt sind. Das Langhaus wurde 1563 um zwei Joche nach Westen erweitert. Damals wurde auch der achteckige Turm mit Spitzhelm an der Westseite errichtet. Eine Langhauserhöhung wurde 1848 durchgeführt. Dabei baute man auch die dreiteilige Fenstergruppe in die Westfassade über dem Portal. Im Inneren stammt die Ausstattung noch aus dem 15. und 16. Jahrhundert.

Die Spitalkirche gehört zu den über 400 Projekten, die die in Bonn ansässige Denkmalschutzstiftung dank privater Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.
 
 

 
Veranstaltungen im Roten Haus Karlsruhe
Jeden dritten Sonntag im Monat findet um 15 Uhr eine öffentliche Führung mit anschliessendem gemütlichen Zusammensein bei Kaffee und Keksen statt. Teilnahme nach Anmeldung über Facebook, per e-Mail an roteshaus-ka-projekte@web.de oder SMS an Dr. Andrea Menges-Fleig 015780576362 oder H. R. Hiegel 01716456500.

5. 4. - 19:00 bis 21:00
Petra Reategui & Dr. Ulrich Maximilian Schumann im Gespräch:
»Unfreiwillig angekommen – das Schicksal des badischen Hofmalers Feodor Ivannoff genannt Kalmück«

26. 4. - 19:00 bis 21:00
Dr. Andrea Menges-Fleig:
»Philosophie des Glücks – Wer ständig glücklich sein will, muss sich oft verändern (Konfuzius)«

10. 5. - 19:00 bis 21:00
Alexander Strauss, Cembalo:
Italienische Barockmusik zum Frühling

24. 5. - 19:00 bis 21:00
Dr. Edmond Richter:
»Umarme deinen Tiger, Umgang mit Aggressionen«

7. 6. - 19:00 bis 21:00
Dr. Reinhard Knodt:
»Architektur und Rhythmus / Atmosphären. Der Atemkreis der Dinge«

5.7. - Beginn: 18 Uhr !!
40 Jahre „kleines manifest“, Prof. Dr. Jan Knopf, Prof. Frank Rolf Werner, H.R. Hiegel, Generalintendant Badisches Staatstheater Peter Spuhler, Dr. Chr.-N. Vittoratos, Prof. Dr. Joaquín Medina Warmburg, Prof. Hillel Schocken (tentativ), etal. archEtrans e.V. -

13. 9. - 19:00 bis 21:00
Bernward Bog:
»Traumata, Sri Lanka, Flüchtlingspolitik – Traumatherapie für Betroffene in Kriegsgebieten, und was wir daraus lernen können. Zu unserer momentanen Situation in Europa und Ansatz zum Umgang mit der Flüchtlingssituation«

4. 10. - 19:00 bis 21:00
Dr. Max Herrmann:
»Achtsamkeit – wach und aufmerksam für unser eigenes Leben sein und bewusst im Augenblick verweilen können«

1. 11. - 19:00 bis 21:00
»Die Truman Show«
Film und anschliessendes Gespräch

22. 11. - 19:00 bis 21:00
Petra Fuchs:
»Die Freude am Sein – ein Einblick in die körperorientierte Psychotherapie nach Albert Pesso«

6. 12. - - 19:00 bis 21:00
Christa Rudolph, Kinderbuchautorin, stellt ihrneues Buch vor:
»Eine Raupe im Spiegel« – Vorlesebuch für Gross und Klein
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Black-Forest-Jazz-Band
BAD KROZINGEN. Am Samstag, den 5. Januar 2019 ist um 16.00 Uhr die Black-ForestJazz-Band im Kurhaus Bad Krozingen im Rahmen des Winter-Festivals zu hören.

Die Black-Forest-Jazz-Band wurde vor etwa 30 Jahren als Sextett gegründet und spielt in der Besetzung Klarinette/Saxophon, Piano, Bass und Schlagzeug erstklassigen Swing, Blues und Latin.

Zur Band gehört der aus Stuttgart stammende Harald Schwer, einer der renommiertesten Jazzpianisten im süddeutschen Raum, der nach klassischer Klavierausbildung schon als 14-Jähriger Konzerterfahrungen sammelte und an zahlreichen Konzerten u. a. mit Wild Bill Davison, Emil Mangelsdorff und Benny Waters mitwirkte. Des Weiteren der aus Freiburg stammende Peter Streicher, als Bassist ebenfalls einer der Prominenten der süddeutschen Jazzszene. Volker Berger ist als Klarinettist und Saxophonist in Baden-Wüttemberg eine Institution. Seine brillanten Improvisationen basieren auf jahrzehntelanger Routine und sind gepaart mit einem gehörigen Schuss Spielfreude und Virtuosität. Hermann Janßen aus TitiseeNeustadt war viele Jahre in norddeutschen Bands aktiv, in jungen Jahren als Trompeter, später als Schlagzeuger, und hat sich als routinierter und virtuoser Drummer einen Namen gemacht.

Tickets sind im Vorverkauf bei der Tourist-Information Bad Krozingen, Tel. 07633 4008-164 oder unter www.bad-krozingen.info erhältlich.
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Weihnachten verhindert „ideologische Aufladungen“
PREDIGT VON STADTDEKAN ENGELHARDT AN HEILIG ABEND

Freiburg. An Weihnachten erkennen viele Menschen in der Botschaft vom Frieden auf Erden und dem „hehren Ideal der Liebe“ eine Diskrepanz zur gelebten Wirklichkeit. „Das Licht der Heiligen Nacht ist für viele ein Zwielicht geworden“, sagte Stadtdekan Markus Engelhardt in seiner Predigt im Christvespergottesdienst an Heilig Abend in der Christuskirche. Es gäbe „diese eigenartige, sehr schmerzende Weihnachtstraurigkeit“, vor der nicht wenige Menschen am meisten Angst hätten. Der Theologe erklärt sich diesen Zwiespalt zwischen weihnachtlichem Ideal und Wirklichkeit mit „einer ganz hohen eigenen Moral“, die dann häufig zu „abgrundtiefen Enttäuschungen“ führen könne.
Aus überhöhten moralischen Ansprüchen könne auch Hass und Verachtung erwachsen, wie das vor rund 50 Jahren im so genannten „bewaffneten Kampf“ der RAF aus studentischem Protest heraus erwachsen sei.

Im Blick auf die aktuelle kommunalpolitische Situation um den Bürgerentscheid zu Dietenbach riet Engelhardt deshalb zur pragmatischen Vernunft. Ob man sich für oder gegen den neuen Stadtteil entscheide, sei keine Frage einer höheren Moral, „in der es nur schwarz oder weiß, wahr oder falsch gibt. Ökologie, der Schutz des natürlichen Bodens auf der einen und der soziale Friede, Teilhabegerechtigkeit auch am Wohnraum auf der anderen Seite dürfen nicht plump gegeneinander ausgespielt werden“. Vielmehr gehe es um eine „nüchterne Güterabwägung“, wo das eine gegenüber dem anderen höher zu gewichten sei. „Das ist eine Frage der pragmatischen Vernunft, keine ideologische,“ sagte der Stadtdekan. Er empfahl zu prüfen, ob die Absicht von Stadtverwaltung und Gemeinderat, den neuen Stadtteil Dietenbach zu bauen „nicht ein im Wortsinn not-wendiger Versuch“ sei, die soziale Balance in der Stadt, die nach seiner Ansicht in den letzten Jahren sehr ins Kippen geraten sei, wieder zu stärken.

Der Versuchung, strittige Fragen in unserer Gesellschaft ideologisch und unversöhnlich aufzuladen, könne man entgehen, wenn man die Weihnachtsgeschichte in den Blick nehme. „Das Wunderbare an ihr ist, dass sie so konkret, anschaulich ist, das Gegenteil von allem Abstrakten.“ Wenn es heiße, „Euch ist heute der Heiland geboren“, verdichte sich in dieser Mitteilung, was Weihnachten in Freude oder Traurigkeit unvergleichlich mache. „Gott kommt – und dann hält er an“. Durch diesen Halt bei den Menschen „in unserem beschädigten Dasein mit seinen Rissen und Brüchen“ werde jeder Mensch in den Mittelpunkt des Christfestes gestellt. „Wegen dir und mir ist Gott Mensch geworden.“

Die komplette Predigt von Stadtdekan Engelhardt findet sich bei www.evangelisch-in-freiburg.de
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DSD-Bronzetafel für St. Peter in Dillingen
Eins der größten freispannenden Dachwerke der Zeit

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) unterstützte dank der Lotterie GlücksSpirale in den beiden vergangenen Jahren Restaurierungsmaßnahmen in der St. Petersbasilika in Dillingen – konkret die statisch-konstruktive Instandsetzung des Mauerwerks im Langhaus und die Restaurierung der dortigen Wand- und Deckenmalereien – mit insgesamt 90.000 Euro. Nun erreicht Pfarrer Wolfgang Schneck eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der DSD und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren. Die Dillinger Peterskirche gehört zu den über 400 Projekten, die die private Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Die monumentale Basilika steht im Zentrum der Stadt in einer Sichtachsenbeziehung zum Schloss. Das Gotteshaus ist wohl der dritte Neubau an dieser Stelle, nach einem romanischen und gotischen Vorgängerbauwerk. Die heutige St. Peterskirche entstand zwischen 1619 und 1628 und wurde nach dem Dreißigjährigen Krieg saniert. Von außen betrachtet besteht die Kirche aus Hauptbau, Chorapsis, Turm und südlichen Vorbauten. Der Hauptbau ist ein rund 50 mal 25 Meter messender kubischer Baukörper mit steilem Satteldach. Die beiden Längsmauern öffnen vier große, ungewöhnlich rundbogige Fenster. Zwei weitere Maßwerkfenster finden sich in den Diagonalen der monumentalen halbrunden Chorapsis. Die deckt ein Kuppeldach in Form einer halben Kugelkalotte. Südlich zum Vorplatz hin steht der rund 46 Meter hohe Turm, den der Augsburger Maurermeister David Motzardt, der Urgroßvater von Wolfgang Amadeus Mozart, 1669 erhöhte. Im Osten ist die Sakristei vorgebaut, auf der Nordseite 1733 die Erasmuskapelle angebaut.

Die Bilder und die Stuckarbeiten in der Kirche schufen 1734/1735 verschiedene Künstler. Das zentrale Deckenbild im Chor zeigt die Dreifaltigkeit, das Kreuz auf der Weltkugel und Maria mit den Apostelfürsten Petrus und Paulus. Die Deckenfresken im Schiff zeigen Propheten und Märtyrer sowie die Kirche mit Klerus und Laien. Weitere Nebenaltäre und Wandbilder entstanden im 17. und 18. Jahrhundert, die Kanzel im Jahr 1625.

Vor der zuletzt durchgeführten Restaurierung der Bilder wurde die Standsicherheit des Dachs wiederhergestellt. Die bauzeitliche Dachkonstruktion hat eine freie Spannweite von rund 23 Metern. Die weitgespannten tragenden Tonnengewölbe waren ein solch ambitioniertes Bauvorhaben, dass bereits 1644 Bauschäden behoben werden mussten. Die Konstruktion zählt zu den größten erhaltenen freispannenden Dachwerken der Zeit.
 
 

 
Schlösschen Louisensruh in Aystetten bekommt Bronzetafel
Seidenraupen und Steinguth-Fabrique

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) förderte im vergangenen Jahr dank der Lotterie GlücksSpirale die Dach- und Deckensanierung des Schlösschens Louisensruh in Aystetten im Landkreis Augsburg mit 100.000 Euro. Nun erreicht Denkmaleigentümer Alexander Stärker eine Bronzetafel mit dem Hinweis „Gefördert durch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz mit Hilfe der GlücksSpirale“. Die Tafel soll das Engagement der privaten Förderer der Denkmalstiftung und der Rentenlotterie von Lotto auch nach den Maßnahmen an vorbildlichen Projekten in Erinnerung halten und zu weiterer Unterstützung motivieren. Louisensruh gehört zu den über 400 Projekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz dank Spenden und Mittel der GlücksSpirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Bayern fördern konnte.

Mit Ausblick auf Schloss Aystetten wurde wohl 1793 das kleinere Schlösschen Louisensruh im Stil des Klassizismus erbaut. Der Bau folgt im Erscheinungsbild einer palladianischen Villa. Im Inneren hat sich viel zeitgenössisches Meublement an Tischen, halbhohen Vitrinen, Kommoden und Betten erhalten. Ein sogenanntes Agrarschloss, das Ökonomiegebäude, wurde als langgestreckter Bau mit ursprünglich zwei Seitenrisaliten und einem Mittelrisalit sowie einem zentralen Turm im Stil der sogenannten französischen Revolutionsarchitektur mit Eckquaderung, Giebelfeld und großem Portal angebaut. Das östliche Drittel wurde später abgebrochen.

Den eingeschossigen Hauptbau mit südlich erkerartig vorgezogener Mittelachse und französischem Mansardwalmdach gestaltete der spätere Augsburger Baudirektor Balthasar von Hößlin für seinen Bruder Sebastian, der hier zeitweilig eine Seidenraupenzucht unterhielt, bevor er ab 1808 eine Steingut-Fabrik mit einem großen Wedgewood-Ofen betrieb, der 1810 um eine Ziegelei erweitert wurde. Die Steinguth-Fabrique Louisensruh gehört in ihrer arbeitsteiligen Struktur zu den frühesten Beispielen industrieller Fertigung in Bayern. Einen gesellschaftlichen Höhepunkt erlebte das Landschlösschen zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als Hortense de Beauharnais, die Gattin Louis Bonapartes, für fünf Jahre in Augsburg lebte. Während dieses Aufenthaltes besuchte sie Louisensruh mehrmals zusammen mit ihrem Sohn Charles Louis Napoleon, dem späteren Kaiser Napoleon III.

Die für den süddeutschen Raum außergewöhnliche Architektur ist ohne größere Eingriffe überkommen. Seit ihrer Erbauung wurden beide Gebäude, Schlösschen und Ökonomie, nur geringfügig und notdürftig saniert, so dass eine umfassende Sanierung notwendig war. Sie ist nun gut und denkmalgerecht erfolgt.
 
 



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