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Montag, 4. März 2024
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Verschiedenes

 
Hilferuf nach Flutkatastrophe
Deutsche Stiftung Denkmalschutz richtet Sonderkonto für die vom Hochwasser geschädigten Denkmale ein

Die aktuelle Hochwasser-Katastrophe hat vor Denkmalen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz nicht Halt gemacht. Schon erreichen die Deutsche Stiftung Denkmalschutz (DSD) erste verzweifelte Nachrichten über geschädigte Baudenkmale, die erst frisch instandgesetzt worden waren oder unlängst preisgekrönt wurden – und die nun zum „Denkmal in Not“ geworden sind.

Die Eigentümer sind auf solidarische und schnelle Hilfe angewiesen, da vielfach Versicherungen die Bauwerke in gefährdeten Regionen gar nicht erst versichern. Die DSD hat daher ein Sonderkonto für vom Hochwasser geschädigte Baudenkmale eingerichtet, um schnell und unbürokratisch helfen zu können.

Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Spendenkonto Soforthilfe Hochwasserkatastrophe
IBAN DE78 3804 0007 0555 5552 00.

Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz besitzt das DZI-Spendensiegel und das Spendenzertifikat des Deutschen Spendenrats.
 
 

 
Sturm, Starkregen und Gewitter
Diese Versicherungen zahlen für Unwetterschäden

Eingestürzte Häuser, überflutete Straßen: Die heftigen Unwetter haben zu schrecklichen Verwüstungen geführt. Wie man im Schadensfall vorgeht, wer für die entstandenen Schäden aufkommt und wie man sich gegen Naturgefahren versichert, erläutern die Versicherungsexperten der Stiftung Warentest ausführlich auf test.de.

Für Hausbesitzer besonders wichtig ist die Elementarschadenversicherung in der Wohngebäudeversicherung. Der Schutz gilt vor allem bei Schäden durch Überschwemmungen durch Hochwasser und Starkregen, Erdrutsch, Lawinen, Erdbeben. Er ist aber nicht immer einfach zu bekommen und nicht immer günstig – es gibt enorme Preisunterschiede. Viele Hauseigentümer in Ostdeutschland haben als Wohngebäudeversicherung noch eine alte DDR-Police. Damit sind sie gut versichert, denn darin sind auch Überschwemmungsschäden erhalten. Unter besonderen Bedingungen bieten einzelne Bundesländer nach Umweltkatastrophen Unterstützung für Geschädigte, die existenziell getroffen sind. Hausbesitzer erhalten oft aber nur dann Geld, wenn sie nachweisen, dass sie sich erfolglos um einen Elementarschadenschutz bemüht haben.

Die Hausratversicherung zahlt für Schäden durch Überschwemmungen nach Starkregen nur wenn auch eine Elementarschadenversicherung besteht. Überschwemmungsschäden an Autos und Motorrädern begleicht die Teilkasko.

Generell gilt: Schäden müssen der Versicherung sobald wie möglich gemeldet werden. Genaue Angaben zu den Schäden müssen dabei noch nicht gemacht werden.

Der ausführliche Bericht zu Versicherungen bei Sturm, Starkregen und Gewitter ist online unter www.test.de abrufbar.
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Immobilienpreise: Wo Kaufen noch infrage kommt
Ein Eigenheim scheint vielerorts kaum bezahlbar zu sein. Wo ein Kauf dennoch eine gute Alternative zur Miete sein kann, zeigt die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe. Sie hat dafür auf Daten von etwa 350.000 Immobilienkäufen zugegriffen, die von rund 700 Banken finanziert wurden. Die Preise reichen dabei von unter 2000 Euro pro Quadratmeter in Gera, Suhl oder Eisenach bis zu über 13.000 Euro pro Quadratmeter in München.

Im Schnitt verzeichnet vdpResearch, das Forschungsinstitut des Verbandes Deutscher Pfandbriefbanken, das die Daten erhoben hat, im Jahr 2020 ein Plus von 7,4 Prozent und der Boom scheint weiter zu gehen. Doch die Preise hängen unter anderem von der Region ab: Während in der Hauptstadt Berlin in guter Lage Quadratmeterpreise von 4350 Euro bis 6600 Euro gezahlt werden, kostet im angrenzenden Landkreis Oberhavel ein Quadratmeter nur gut ein Drittel. In keiner anderen deutschen Stadt lohnt der Kauf weniger als in der Hauptstadt.

Wer nach den eigenen vier Wänden sucht, sollte auch abseits gefragter Regionen Ausschau halten. Finanztest unterstützt dabei mit einer Übersicht der Immobilienpreise und Mieten in 57 Städten und Landkreisen. Zusätzlich sind online die Kaufpreise und Neuvertragsmieten für Eigentumswohnungen sowie die Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäuser für alle 401 kreisfreie Städte und Landkreise in Deutschland zu finden.

Der Test Immobilienpreise findet sich in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist online unter www.test.de/immobilienpreise abrufbar.
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Haustiere im Mietrecht
Kleintiere dürfen immer einziehen

Oft dürfen Mieter tierische Mitbewohner haben – manchmal trotz Verbot im Mietvertrag. Denn pauschale Haltungsverbote sind unzulässig. Darauf weist die Zeitschrift Finanztest in ihrer aktuellen Ausgabe hin.

Unabhängig davon, was im Mietvertrag steht, dürfen alle grundsätzlich harmlose Kleintiere wie Goldhamster, Zierfische oder Schildkröten halten. Für Gift- oder Würgeschlangen gilt die pauschale Haltungserlaubnis aber nicht.

Bei Hunden und Katzen dürfen Vermieter die Haltung nicht pauschal verbieten, können aber verlangen, dass ihre Zustimmung eingeholt wird. Bei einer Katze müssen sie in der Regel zustimmen, bei Hunden hängt es von einer Interessenabwägung aller Beteiligten ab. Verbieten dürfen Vermieter die Tierhaltung etwa dann, wenn ein Mieter schon zu viele Haustiere hat.

Selbst wenn die Haltung eines Haustieres erlaubt wurde, kann es später Ärger geben: Stört ein Hund die Nachbarn, weil er zu lang und laut bellt, kann die Erlaubnis widerrufen werden.

Der detaillierte Bericht zu Haustieren im Mietrecht findet sich in der August-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest und ist unter www.test.de/haustiere-mietrecht online abrufbar.
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Nationalmannschaft – Kampf um die Plätze
Foto: Berufsförderungswerk der Südbadischen Bauwirtschaft GmbH
 
Nationalmannschaft – Kampf um die Plätze
Zimmerer/-innen-Europameisterschaft im Blick
Sechs Talente beim Sichtungstraining im KOMZET Bau Bühl

Corona hat 2020 die Pläne für die Berufsmeisterschaften der Zimmer/-innen im KOMZET BAU Bühl leider zunichte gemacht. Doch nun gehts wieder los: Seit Montag messen sich Kandidaten/-innen in einem Sichtungstraining im KOMZET BAU Bühl und kämpfen um die begehrten Plätze in der Zimmerer/-innen-Nationalmannschaft. Ziel sind die Europameisterschaften in Köln 2022.

Holzgeruch liegt in der Luft, Kreissägen sind zu hören, es wird geklopft und gehämmert. Konzentration, Präzision und Schnelligkeit sind gefragt: Seit vergangenem Montag geben sechs Zimmerer/-innen-Nachwuchstalente alles für ihr Ziel – die Zimmerer/-innen-Nationalmannschaft.
Den ersten Schritt haben sie schon hinter sich gebracht und sich für die deutsche Meisterschaft der Zimmerer/-innen qualifiziert. Die sollte 2020 im KOMZET BAU Bühl stattfinden, aber Corona hat dies verhindert.
Nun präsentieren die Kandidaten/-innen ihr Können im Rahmen eines Sichtungswettbewerbs in Bühl. Ziel ist die Europameisterschaft der Zimmerer/-innen in Köln, die vom 15. bis 18. Februar 2022 dauert.

Diese Woche müssen die jungen Zimmerer/-innen im KOMZET BAU Bühl die Teamleiter überzeugen, am Freitag (2. Juli 2021) ist Schluss. Aufgabe ist es, einen außergewöhnlichen Dachstuhl zu bauen – er verlangt den Kandidaten alles ab. Auch Rolf Rombach, Präsident von Holzbau Baden, nahm die Gelegenheit wahr und verschaffte sich in Bühl einen Überblick über die Leistung der Kandidaten/-innen.

„Gerade vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie freuen wir uns besonders, dass wir das Sichtungstraining der Zimmerer-Nationalmannschaft in unserem KOMZET BAU Bühl durchführen können“, erklärt BFW-Geschäftsführerin Cornelia Rupp-Hafner. „Schon jetzt drücken wir der Zimmerer-Nationalmannschaft für die anstehenden Europameisterschaften ganz fest die Daumen!“

zum Bild oben:
Freuen sich, dass das Sichtungstraining der Zimmerer/-innen-Nationalmannschaft in Bühl stattfindet: Rolf Rombach, Präsident Holzbau Baden (1. v.r.), Florian Braun, Ausbilder Holzbau (3. v.r. vorne kniend), Stellvertr. Teamleiter Zimmerer/-innen Nationalmannschaft Andreas Großhardt (4.v.r. stehend), Cornelia Rupp-Hafner, Geschäftsführerin BFW Südbaden (2.v.l.) und Frank Hassler, Stellv. Geschäftsführer und Leiter KOMZET BAU Bühl (1.v.l.).
Foto: Berufsförderungswerk der Südbadischen Bauwirtschaft GmbH
 
 

Trotz Corona errichtet Investor das 4-Sterne-Hotel am Rande des Kurparks
Foto: pr
 
Trotz Corona errichtet Investor das 4-Sterne-Hotel am Rande des Kurparks
Seit vielen Jahren planen die Stadt Bad Krozingen und die Kur und Bäder GmbH Bad Krozingen, ein 4-Sterne-Hotel möglichst mitten im Kurgebiet von Bad Krozingen anzusiedeln. Immer wieder gab es Investoren oder Betreiber, die versucht haben, das Hotelprojekt voranzubringen. Ein geplanter Hotelstandort neben der Tennisanlage wurde im Rahmen eines Bürgerentscheides von den Bürgerinnen und Bürgern des Heilbades Bad Krozingen abgelehnt.

Um die verschiedenen Interessensgruppen zusammen zu bringen, wurde auf Betreiben von Bürgermeister Vol ker Kieber im Sommer 2016 ein Runder Tisch eingerichtet, an dem Vertreter des Gemeinderates, der Stadtver waltung, des Verkehrsvereins, des Gewerbeverbandes, der ehemaligen Bürgerinitiative „Kein Hotel im Kurpark“, des BUND, des Herzzentrums, Fachplaner, der Kurdirektor und der Bürgermeister vertreten waren. Die Aufga be des Runden Tisches bestand darin, eine Empfehlung an den Gemeinderat der Stadt Bad Krozingen für einen Standort zum Neubau eines 4-SternePlus-Hotels zu erarbeiten sowie den Bedarf für ein 4-SternePlus-Hotel, un abhängig vom Standort, darzustellen. Ein externer Hotelsachverständiger wurde dabei beauftragt, die Vor- und Nachteile mehrerer Standorte zu beleuchten. Am Ende des Prozesses wurde gemeinsam der Standort der alten Tourist-Information neben der „Vita Classica“ und am Rand des Kurparks ins Auge gefasst.

Auf der Suche nach einem Investor und Betreiber hat sich die Hotel- und Gastronomie-Familie Werner Baumgartner aus Freiburg herauskristallisiert. Diese hatte zuvor den „Dreiseithof“ mit 11 Apartments vorbildlich renoviert und war mit dem Standort im Heilbad Bad Krozingen hochzufrieden.

Vor allem Corona aber auch weitere Fragestellungen haben den angedachten Zeitraum durcheinandergewirbelt. In vielen Gesprächen in den letzten Wochen konnten kleinere und größere Steine aus dem Weg geräumt werden. Familie Baumgartner konnte sowohl die Darlehensverträge unterschreiben als auch den Generalunternehmervertrag mit einer regionalen Firma. Ende Juli/Anfang August in diesem Jahr könnten so im optimalen Fall die Bau arbeiten beginnen.

Bürgermeister Volker Kieber, der sich für das Hotelprojekt stark gemacht hatte, zeigt sich erleichtert über die positive Entwicklung. „Wir haben in den letzten fünf Jahren viele Gespräche geführt, informiert und im Rahmen des Runden Tisches diskutiert. Wir haben Pläne erstellt und wieder verworfen und als wir uns bereits auf der Zielgeraden befanden, hätte beinahe Corona die nötige Finanzierung verhindert. Aber wir haben nicht aufgegeben, stattdessen nach kreativen Lösungen gesucht und diese auch gefunden. Das neue 4-SternePlus-Hotel ist von großer Bedeutung für Bad Krozingen, denn es wird ein Motor für weitere zukunftsfähige Entwicklungen unserer Stadt als Kur- und Gesundheitsstandort sein.“

Hotelier Werner Baumgartner betont, dass er und seine Kinder das Hotelprojekt in Bad Krozingen voll umfänglich in ihr Herz eingeschlossen haben. Für die Bürgerinnen und Bürger von Bad Krozingen, für die gesamte Region und für die Übernachtungsgäste im Kurort wird das Hotel vielfältige Angebote bereithalten. Im Mittelpunkt stehen die Übernachtungsmöglichkeit und mehrere Restaurants. Neben der Ferienhotellerie können aber auch Bankette, Familienfeiern, Firmenfeiern, Tagungen und Seminare sowie ein breites Angebot an Wellnessbehandlungen gebucht werden. „Für die Roof-Top-Bar gibt es schon langfristige Reservierungen“, so Baumgartner schmunzelnd.

Aufgrund deutlich gestiegener Baukosten und aufgrund Corona mussten immer wieder neue Ideen zur Realisierung entwickelt werden. Entstehen sollen rd. 100 Zimmer und Suiten. Die Bauzeit beträgt knapp 2 Jahre, so dass eine Eröffnung schon im Juli 2023 erfolgen könnte. Die Finanzierung wird von mehreren regionalen Sparkassen und Banken übernommen. Möglich war diese vor allem auch, weil Maximilian Zimber-Morat aus Bad Krozingen eine private finanzielle Beteiligung vorgenommen hat.

Maximilian Zimber-Morat ist ein Nachfahre in 5. Generation der Industriellenfamilie Zimber-Morat aus dem Hochschwarzwald (Eisenbach und Donaueschingen) und aus Bad Krozingen. Schon sein Urgroßvater Adolf Zimber war bei der Errichtung des Thermalbades 1911 als privater Investor mit von der Partie. Somit konnte auch erfolgreich privates Kapital aus Bad Krozingen rekrutiert werden.

Investor Zimber-Morat hat das Projekt aus seiner Sicht geprüft und für sich als sehr lohnenswert erachtet. „Mein Herzblut und das Herzblut meiner Vorfahren werden in das Hotelprojekt hineingegeben.“ Im Zuge der Gespräche und Verhandlungen hat die Gesellschafterin Volksbank Breisgau-Markgräflerland ihre rd. 30 % Anteile an Maximilian Zimber-Morat abgegeben. Die Volksbank nimmt ihre Rolle als Darlehensgeber beim Hotelprojekt wahr.

Kurdirektor Rolf Rubsamen hat in den letzten Jahren und Jahrzehnten immer wieder Rückschläge bei der Ansiedlung eines 4-SternePlus-Hotels hinnehmen müssen. Dass das Hotelprojekt nun begonnen wird, ist aus seiner Sicht ein Glücksfall für das Heilbad Bad Krozingen. Kurdirektor Rubsamen freut sich auf die Großinvestition, auf das Leuchtturm-Projekt und auf die bewährte gute Zusammenarbeit mit der Familie Werner Baumgartner. Neben der direkten Lage am Kurpark und am „Neumagen“ trägt ein Verbindungssteg zur Erweiterung der „Vita Classica“ zur erhöhten Attraktivität des Hotels bei. Rubsamen ergänzt: „Vielfältige Synergieeffekte im Gesundheits- und touristischen Bereich ergeben sich durch das Hotelprojekt. Dies ist eine wichtige Zukunftsinvestition für Bad Krozingen“.
 
 

Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands erschienen
Beutelmeise (c) Nabu, Foto: www.naturgucker.de/Thomas Gerl
 
Neue Rote Liste der Brutvögel Deutschlands erschienen
Deutschlands Brutvögel nach wie vor massiv gefährdet – weiterhin keine Trendumkehr erkennbar

Hilpoltstein/Berlin, 23.6.21 – Heute stellte das Nationale Gremium Rote Liste Vögel in der bereits sechsten Fassung die aktuelle Rote Liste der Brutvögel Deutschlands der Öffentlichkeit vor. 43 Prozent der 259 regelmäßig in Deutschland brütenden heimischen Vogelarten mussten in die neue Rote Liste aufgenommen werden, inklusive der in Deutschland ausgestorbenen Brutvogelarten. Somit steht annähernd jede zweite Brutvogelart auf der neuen Roten Liste und ist somit bedroht.

„Besonders hervorzuheben ist, dass es vor allem in der höchsten Gefährdungskategorie „Vom Aussterben bedroht“ zu einem deutlichen Anstieg kam. Hier nahm die Artenzahl um über zehn Prozent gegenüber der vorherigen Fassung von 2015 zu, um Arten wie Raubwürger oder Knäkente“, so DRV-Präsident Dr. Andreas von Lindeiner. Damit sind nun 33 oder knapp 13 Prozent der deutschen Brutvogelarten vom Aussterben bedroht. Hierunter fallen auch Arten, die im besonderen Fokus des Artenschutzes stehen, wie Uferschnepfe, Großtrappe oder Auerhuhn.

„Der Zustand der deutschen Brutvogelwelt ist somit nach wie vor als ausgesprochen kritisch zu bewerten. Trotz vielfältiger Schutz- und Erhaltungsmaßnahmen, die von einer großen Zahl von Institutionen, Vereinen und Verbänden, vor allem aber auch einer sehr großen Zahl ehrenamtlich Aktiver umgesetzt werden, ist eine Trendumkehr bislang nicht erkennbar“, so stellt Dr. Hans-Günther Bauer, Sprecher des Rote Liste Gremiums, fest. Erfreulicherweise zeigt sich aber auch in dieser Liste, dass sich eine langfristige, kontinuierliche und fachlich fundierte Vogelschutzarbeit lohnt: So konnte mit dem Weißstorch eine weitere charismatische Brutvogelart, die jahrzehntelang Ziel intensiver Schutzbemühungen war, in die „Vorwarnliste“ überführt und somit aus der eigentlichen Roten Liste entlassen werden.

„Vor allem in der (halb-)offenen Agrarlandschaft ist der anhaltende und dramatische Bestandsrückgang fast aller Brutvogelarten nicht gestoppt. Wiesenvogelarten, wie Bekassine, Uferschnepfe oder Brachvogel, die früher ganze Landstriche charakterisierten, sind heute ausnahmslos ‚Vom Aussterben bedroht‘ “, so der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Mit Wiesenpieper oder Kiebitz mussten ehemals häufige bis sehr häufige Arten unverändert in die Kategorie „Stark gefährdet“ eingeordnet werden. Mit der Sperbergrasmücke, dem Feldschwirl oder dem Rotschenkel sind weitere Arten dieser Lebensräume in dieser Roten Liste hochgestuft worden. „Viele Arten erleiden in der Agrarlandschaft, die annähernd die Hälfte der Fläche Deutschlands ausmacht, massive Bestandsrückgänge, die sich noch gar nicht in der Liste abbilden. So sind die Bestände vieler ehemals noch sehr häufiger Vogelarten, wie von Star oder Feldlerche, massiv zurückgegangen“, sagt Schäffer weiter.

„Gemäß den Zielen der neue EU-Biodiversitätsstrategie sollen 30% aller gefährdeten Arten bis 2030 in einen guten Erhaltungszustand gebracht werden. Ähnliche Ziele gab es bereits für 2010 und 2020 und wurden glatt verfehlt“, so NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger. „Die neue Rote Liste der Vögel legt hier klar den Finger in die Wunde: Unverändert gilt fast die Hälfte aller Arten als gefährdet. Eine Trendwende muss bei einer naturverträglichen Agrarpolitik und verstärkten Anstrengungen beim Schutz von Insekten, der Hauptnahrung vieler gefährdeter Arten ansetzen.“

Das Nationale Gremium Rote Liste Vögel fordert daher die Verantwortlichen in Politik und Gesellschaft auf, endlich konsequent Maßnahmen gegen den Vogelartenschwund einzuleiten und umzusetzen. Diese müssen in Intensität und Flächengröße prioritär dem Agrarraum in Deutschland gelten und umfassend der Bewirtschaftung der Flächen, dem Angebot an vielfältigen Vegetationsstrukturen in der Offenlandschaft wie auch der Nähr- und Schadstoffsituation gelten.

„Darüber hinaus bedarf es eines umfassenden Vogelschutz-Programms in und für Deutschland, um am Beispiel der Vögel ein systematisches und beispielgebendes Gesamtprogramm zum Erhalt dieser charismatischen und in der Bevölkerung bekannten und beliebten Gruppe der heimischen Biodiversität mit Wirkungen über diese Gruppe hinaus vorzulegen“, fordert Andreas von Lindeiner. Ein solches Programm muss sich allen Lebensräumen widmen, aber auch den politischen Rahmen verbessern und die Gesellschaft einbeziehen. Es muss auf konkreten naturschutzbiologischen Forschungsergebnissen basieren sowie Öffentlichkeitsarbeit und Internationalität berücksichtigen.

Die bislang erzielten, durchaus beachtenswerten Erfolge im Vogelschutz zeigen, dass eine Trendumkehr in vielen Bereichen möglich ist. Sie bedürfen allerdings erheblich verstärkter Anstrengungen und einer querschnittsorientierten und integrierten Biodiversitätspolitik, gerade auch in Anpassung an den Klimawandel. Die gesellschaftliche Unterstützung zum Schutz sowohl der Vogelwelt als auch der Biodiversität ganz allgemein ist in den zurückliegenden Jahren in Deutschland stark gewachsen. Die Zeit ist reif, hier endlich substanziell Maßnahmen anzugehen und Fortschritte zu erzielen.

Hintergrund:
Das Nationale Gremium Rote Liste Vögel ist ein vom Deutschen Rat für Vogelschutz e. V. eingesetztes Gremium, welches die Rote Listen eigenständig und eigenverantwortlich erstellt. Es setzt sich aus Vertreterinnen und Vertretern des DRV (Dr. Hans-Günter Bauer), der Länderarbeitsgemeinschaft der Vogelschutzwarten (Torsten Ryslavy, Vogelschutzwarte Brandenburg), der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (Peter Südbeck), des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten (Dr. Christoph Sudfeldt), der deutschen Vogelwarten (Dr. Ommo Hüppop) und des Bundesamtes für Naturschutz (Dr. Jasmina Stahmer) zusammen.

Alle sechs Jahre wird die Gefährdung aller Brutvogelarten nach einheitlicher Methodik und auf Daten basierend analysiert. Dies erlaubt eine vergleichbare Gesamteinschätzung der Situation aller Brutvögel in Deutschland.

Die Rote Liste der Brutvögel Deutschlands ist erschienen in den „Berichten zum Vogelschutz“ 57 (2020): 13 – 112. Erhältlich beim LBV (Landesbund für Vogelschutz in Bayern), Eisvogelweg 1, 91161 Hilpoltstein, E-Mail: bzv@lbv.de
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Rentner werden mit teuren Büchern abgezockt
Der vzbv warnt vor Vertretern, die überteuerte Bücher als angeblich gute Geldanlage vertreiben.

- An der Haustüre werden Senioren Bücher als Geldanlage verkauft.
- Die Bücher können nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden.
- Manche Vertreter überreden Verbraucher, Kredite abzuschließen, um die Bücher zu finanzieren.

Seniorinnen und Senioren berichten, wie ihnen Haustürvertreterinnen und Haustürvertreter Bücher für mehrere tausend Euro verkaufen. Die Lexika und Nachbildungen historischer Bücher seien eine sichere Geldanlage und könnten in absehbarer Zeit mit hohem Gewinn wiederverkauft werden – so versprechen es die Vertreterinnen und Vertreter den Verbraucherinnen und Verbrauchern. Dem vzbv liegen Fälle von Betroffenen vor, die mit dieser Masche bis zu 100.000 Euro verloren haben. Denn die Bücher können tatsächlich nur zu einem Bruchteil des Kaufbetrages wieder verkauft werden.

7.000 Euro für einen Bildband, 11.000 Euro für die Nachbildung einer historischen Psalter-Sammlung – diese horrenden Summen haben Senioren für angeblich seltene Bücher bezahlt. Die Verbraucher sind dem Versprechen erlegen, es handle sich hier um wertvolle Ausgaben und damit eine sichere Geldanlage mit hoher Rendite. Versprochen wurde den Käufern das von Haustürvertreten. Diese Haustürvertreter haben das gesamte Paket zu dieser angeblich sicheren Anlage im Angebot. Das nötige Kleingeld fehlt, um die Bücher überhaupt zu erwerben? Kein Problem mit dem richtigen Kredit, den der Vertreter ebenfalls griffbereit hat. Die Verbraucher wissen nicht, wie sie die Bücher dann gewinnbringend verkaufen sollen? Auch das kann der Vertreter organisieren, allerdings nur gegen Vorkasse. Mit dieser Masche haben vornehmlich ältere Verbraucher mehrere tausend Euro verloren.
 
 



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