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Verschiedenes

 
Pflegereform: Bis zu 609 Euro mehr im Monat
Ab 2017 gelten andere Regeln für die Einstufung in die Pflegeversicherung. Sie bestimmen, wer Anspruch auf Leistungen und in welcher Höhe hat. Die Zeitschrift Finanztest beschreibt in ihrer Dezember-Ausgabe, was die Reform für Menschen bedeutet, die zu Hause oder im Heim gepflegt werden, nach welchen Regeln die neue Begutachtung der Pflegebedürftigkeit funktioniert und welche Auswirkungen die Reform auf die privaten Pflegezusatzversicherungen hat. Veröffentlicht sind die Ergebnisse auch auf www.test.de/pflegereform.

Besonders stark werden Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz, etwa mit einer Demenz-Erkrankung, durch die Reform entlastet. Bis zu 609 Euro mehr im Monat zahlt die Pflegekasse, damit sie zu Hause besser versorgt werden können. Das neue Verfahren schließt nun neben körperlichen auch geistige und psychische Krankheiten mit ein. Besser stellen sich auch alle körperlich Beeinträchtigten in den Pflegestufen I und II, die noch zu Hause leben. So bekommen Pflegebedürftige in Pflegestufe II sogar künftig mehr finanzielle Unterstützung von der Kasse, wenn sie sich zu Hause von einem Pflegedienst betreuen lassen, als wenn sie in ein Pflegeheim ziehen. Nachteile bringt das System allerdings Menschen, die körperlich leicht beeinträchtigt sind und bisher zu Hause wohnen, sich aber eine vollstationäre Unterbringung im Pflegeheim wünschen. Für diese Menschen kann es sich lohnen, noch 2016 in ein Pflegeheim umzuziehen.

Ab Januar 2017 werden die bisherigen Pflegestufen 0 bis III durch die Pflegegrade 1 bis 5 ersetzt. Beim Einstufen in den Pflegegrad ist künftig entscheidend, wie viel Unterstützung nötig ist. Die Pflegekassen müssen ihre Versicherten bis Mitte Dezember über ihren neuen Pflegegrad informieren. Eine erneute Begutachtung ist dafür nicht notwendig. Auch privater Zusatzschutz für die Pflege wird umgestellt. Wer schon Leistungen erhält, hat in allen Policen eine Leistungsgarantie. Die Beiträge für privaten Pflegetagegeld- und Pflegekostenversicherungen können bei einer Ausweitung der Absicherung auf fünf Pflegegrade leicht steigen.

Der ausführliche Überblick über die Pflegereform erscheint in der Dezember-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (seit 16.11.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/pflegereform abrufbar.
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Stadt Freiburg: Gender Award - erster Preis
Stadt Freiburg mit erstem Preis bei „Gender Award – Kommune mit Zukunft“ von Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) ausgezeichnet

Frauenbeauftragte Simone Thomas nahm Preis am Montag stellvertretend für die Stadt Freiburg entgegen

Die Stadt Freiburg ist am 15.11. mit dem ersten Preis bei dem Wettbewerb „Gender Award – Kommune mit Zukunft“ in Berlin ausgezeichnet worden. Der Preis war zum ersten Mal von der Bundesarbeitsgemeinschaft kommunaler Frauen- und Gleichstellungsbüros in Deutschland in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgelobt worden. Die städtische Frauenbeauftrage Simone Thomas hat den Preis vorgestern Abend in Berlin zusammen mit der Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf, Regina Gensler, und der Gender-Beauftragten Snezana Sever entgegengenommen. Bundesministerin Manuela Schwesig ist Schirmfrau des Gender Awards. Insgesamt hatten sich 15 Kommunen aus ganz Deutschland beworben

Die Jury zeigte sich „begeistert“ in Ihrer Begründung über die kreativen Konzepte zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der Stadt Freiburg. Insbesondere die strukturelle Verankerung der Frauen- und Gleichstellungspolitik lobte die Kommission. Freiburg schenke dem Thema „Gleichstellung“ besonders viel Aufmerksamkeit und habe in den letzten 30 Jahren eine sehr gute Fraueninfrastruktur aufgebaut. In Baden-Württemberg war Freiburg die erste Stadt, die 1985 die Stelle der Frauenbeauftragten eingerichtet hat. Inzwischen gibt es drei städtische Stabsstellen, die sich für Frauen- und Gleichheitspolitik einsetzten: die Stelle zur Gleichberechtigung der Frau, die Kontaktstelle Frau und Beruf und die Geschäftsstelle Gender Mainstreaming. Diese Strukturen seien in Deutschland einmalig. Positiv gesehen wurde auch, dass berufliche Gleichstellung in der Stadt stringent umgesetzt werde und dass in Prozessen und nicht in Einzelprojekten gedacht werde (z.B. Gender Mainstreaming als Gesamtstrategie und in verschiedenen Aufgabenbereichen Gender Budgeting).

Die drei frauenpolitischen Stabsstellen sind bei der Stadt Freiburg direkt dem Oberbürgermeister zugeordnet. Auch deshalb zeigte sich OB Salomon heute erfreut über die Auszeichnung: „Es ist schön zu sehen, dass das Engagement für Gleichstellungsarbeit vor Ort mehr in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt wird.“ Die Frauenstellen hätten unmittelbare Wirkung in der Stadtgesellschaft, auch im Sinne der Männer und bündelten viele frauenpolitische Interessengruppen in der Stadt.

zum Bild oben:
von links:
Gender-Beauftragte Snezana Sever Stadt Freiburg
Regina Gensler, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf Freiburg
Simone Thomas, Frauenbeauftragte der Stadt Freiburg,
Elke Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ)
 
 

 
Freiburg: Platz der Alten Synagoge
Treffen des Vorsitzenden des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden mit Oberbürgermeister Dieter Salomon

Vorsitzender Rami Suliman unterstützt Vorgehen der Stadt, gesicherte Steine für ergänzendes Mahnmal zu verwenden und Fundamentreste im Boden zu belassen

Der Vorsitzende des Oberrats der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden Rami Suliman ist am vergangenen Wochenende persönlich auf Oberbürgermeister Dieter Salomon zugekommen und hat um ein Gespräch zum Platz der Alten Synagoge gebeten. Dieses Treffen hat am gestrigen Montag zusammen mit Thorsten Orgonas, dem Geschäftsführer der Israelitischen Religionsgemeinschaft Baden, stattgefunden. Rami Suliman war mit der Bitte gekommen, über die Pläne der Stadt Freiburg zum Platz der Alten Synagoge umfänglich informiert zu werden. Oberbürgermeister Dieter Salomon ist dieser Bitte in einem zweistündigen Gespräch gerne nachgekommen. Er legte dem Vorsitzenden dar, dass er nach Offenlegung der Fundamentreste den Schmerz der Nachfahren der Gemeinde nachvollziehen könne. Bei der Umgestaltung des Platzes der Alten Synagoge sei immer das Gedenken an die zerstörte Synagoge im Mittelpunkt gestanden.

Während des Gesprächs stellte Rami Suliman klar, dass er die Pläne und das Vorgehen der Stadt Freiburg zum Platz der Alten Synagoge unterstützt: „Meiner Meinung nach wird der Synagoge mit dem geplanten Brunnen auf dem Grundriss der Alten Synagoge ehrenvoll gedacht. Die Stadt kommt damit ihrer Verantwortung für die Zerstörung der Alten Synagoge durch die Nazis nach.“ Die Einbindung der Israelitischen Gemeinde Freiburg in die sechzehnjährigen Planungsarbeiten zur Umgestaltung des Platzes und die Bürgerbeteiligung hat Suliman positiv bewertet. Suliman ließ sich auch die fachliche Einschätzung der Denkmalpflege darlegen. Auch in diesem Punkt konnte Rami Suliman der Linie der Stadt folgen, dass die bislang abgetragenen Steine konserviert und für ein ergänzendes Mahnmal zur Verfügung stünden. Außerdem unterstützt er das Vorgehen der Stadt, die Fundamentreste auf dem Platz der Alten Synagoge zu belassen und durch Abdeckung und Verfüllung als Denkmal zu konservieren. Die Stadt wird gemeinsam mit der Israelitischen Gemeinde die Planungen für den weiteren Umgang mit den konservierten Steinen festlegen und Platz und Form des angemessenen Gedenkens finden. Rami Suliman unterstrich zum Schluss die große Bedeutung der Partnerschaft der Israelitischen Gemeinde mit der Stadt Freiburg.
 
 

 
Freiburg: Unbehindert miteinander
Haus Schloßberg erhält Auszeichnung für Inklusionsarbeit

Sie eilt von Tisch zu Tisch, serviert Kaffee und Kuchen und verbreitet gute Laune. Julie genießt offensichtlich ihre Arbeit in der Cafeteria und bewahrt bei aller Hektik ihre freundliche Art. Das schätzen auch die Besucher, die sich in ihrer Gesellschaft sehr wohl fühlen können. Seit Juni 2016 arbeitet Julie Großmann als festangestellte Mitarbeiterin der Cafeteria Haus Schloßberg. Trotz ihrer kognitiven Einschränkungen kennt sie sich mittlerweile in allen Abläufen des Café-Betriebs aus und arbeitet weitestgehend selbstständig.

Für die Anstellung und die intensive Betreuung von Julie insbesondere durch die Leiterin der Cafeteria, Elfi Kantereit, erhielt das Haus Schloßberg den Preis „unbehindert miteinander“. Insgesamt prämierte die Lebenshilfe Offenburg-Oberkirch e.V. 83 Betriebe und Einrichtungen in der Region für die Förderung von Menschen mit Behinderung und die Mitgestaltung einer barrierefreien Gesellschaft. Übergeben hat die Auszeichnungen Dr. Nikolas Stoermer, Erster Landesbeamter des Ortenaukreises, am 10. November 2016 im Landratsamt Offenburg.

Auch das Hofgut Himmelreich erhielt eine Anerkennung. In dem staatlich anerkannten Integrationsbetrieb hatte Julie die Grundlagen der Gastronomie erlernt. Dementsprechend stolz beglückwünschte Monika Pollmann, die im Hofgut für Bildung und Beratung zuständig ist, Elfi Kantereit und Isabel Schweier, Einrichtungsleiterin des Haus Schloßberg, für den Preis. Gemeinsam mit dem Hofgut Himmelreich möchte das Evangelische Stift Freiburg weitere Fortbildungen für Julie finanzieren, damit sie ihren Berufsweg weiterhin unbehindert gehen kann.
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Freiburg: Alle Jahre wieder - 15 Weihnachtsbäume läuten die Adventszeit ein
Größter Baum mit rund 17 Metern Höhe wird am Mittwoch, 16. November, am Siegesdenkmal aufgestellt

Auch in diesem Jahr stellen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Garten- und Tiefbauamts (GuT) 15 Weihnachtsbäume an verschiedenen Stellen in der gesamten Stadt und in den Ortschaften auf.

Der größte, rund 17 Meter hohe Weihnachtsbaum wird am Mittwoch, 16. November, von 10 bis 12 Uhr am Siegesdenkmal aufgestellt. In diesem Bereich kann es in dieser Zeit zu Verkehrsbehinderungen kommen. Das GuT bittet die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer um Verständnis.

Wie bereits in den vergangen Jahren werden weitere Weihnachtsbäume durch die Bürgervereine oder private Institutionen aufgestellt.
 
 

 
Freiburg: Orgelkonzerte im Augustinermuseum entfallen
Aus technischen Gründen entfallen die beliebten Orgelkonzerte im Augustinermuseum bis auf weiteres. Seit mehreren Monaten treten in unregelmäßigen Abständen Störgeräusche während des Orgelspiels auf. Die Ursache ist noch unbekannt. Das Instrument im Chor der ehemaligen Klosterkirche besteht aus einem in den 1720er Jahren entstandenen Prospekt der Abteikirche Gengenbach und einem Spielwerk der Firma Welte und Söhne.

Mitarbeiter des Museums, des Gebäudemanagements und die Orgelbauer arbeiten weiterhin fieberhaft daran, die Ursache für den technischen Defekt zu finden. Alle naheliegenden Fehlerquellen sind inzwischen ausgeschlossen. Nun konzentriert sich die Ursachenforschung auf schwankende Stromspannungen, die möglicherweise Frequenzstörungen auslösen. Geprüft wird auch, ob es Zusammenhänge mit den Arbeiten im direkt benachbarten dritten Bauabschnitt des Augustinermuseums gibt.
 
 

 
Vermieten Sie an Studierende!
Das Studierendenwerk sucht weiterhin Zimmer und Wohnungen für Studierende

Dank der Hilfe zahlreicher Freiburger Bürgerinnen und Bürger fanden in den letzten Tagen viele Studierende ein Zimmer und wir konnten bereits eine unserer Notunterkünfte schließen. Dafür danken wir Ihnen.
Dennoch sind derzeit noch rund 20 Studierende in einer Notunterkunft untergebracht. Damit auch sie ihr Studium mit einem festen Wohnsitz beginnen können, bitten wir die Freiburgerinnen und Freiburger noch einmal sehr darum, alle Möglichkeiten auszuschöpfen und leerstehenden Wohnraum an Studierende zu vermieten.

Willkommen sind auch nur vorübergehend zur Verfügung stehende Zimmer oder Zimmer in Orten etwas außerhalb von Freiburg.

Die Zimmervermittlung des Studierendenwerks ist telefonisch unter 0761 – 2101 204 und per E-Mail unter zimmer@swfr.de zu erreichen. Zimmerangebote können auch selbst online auf www.swfr.de/wohnen/zimmervermittlung eingestellt werden.
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Appsurd - die App Codecheck
Verbraucher sollen mit der Smartphone-App Codecheck den Barcode scannen und gesund einkaufen. Das Ergebnis sind teilweise gefährliche Desinformationen. Das zeigen verschiedene Beispiele.

"Wir möchten Usern helfen, Kaufentscheidungen zu treffen, die sie Zuhause nicht wieder bereuen", sagt Roman Bleichenbacher, Gründer und Geschäftsführer von Codecheck. Glaubt man der Selbstdarstellung, gelingt das bravourös. Die App biete für "User einen echten Mehrwert". Daher sei es ihr im Mai sogar gelungen, "als erste Schweizer App den Downloadschlager WhatsApp zu überholen und auf Platz 1 zu landen".

Besieht man sich Codecheck genauer, fragt man sich allerdings: Warum?

Laut Codecheck sind in der App über 35 Millionen Produkte erfasst. Zusammengetragen wurden dazu neben den Meinungen der User Bewertungen und Informationen von Greenpeace, vom BUND, dem WWF und von anderen "seriösen Datenquellen, renommierten Experten und Industrie unabhängigen Organisationen". Für die Bewertung von Kosmetika hatte sich Codecheck bis Oktober diesen Jahres auf eine von ÖKO-TEST erstellte Liste aus dem Jahr 2000 gestützt. Sie war unbestritten längst nicht mehr auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand. Außerdem berief sich Codecheck auf Heinz Knieriemen, einen österreichischen Journalisten, Fachbuchautor und langjährigen Mitarbeiter der Zeitschrift Natürlich, der allerdings schon seit 2014 tot ist. Trotzdem erklärte Codecheck auf Nachfrage der Rheinische Post Mediengruppe: "Seine Expertisen sind immer noch aktuell."

Inzwischen bezieht sich Codecheck auf die Liste kosmetischer Inhaltstoffe der Europäischen Kommission. Doch die bewertet nicht, sondern beschreibt die Funktionen. Von ÖKO-TEST darauf angesprochen, schreibt Geschäftsführer (CEO) Boris Manhart, Codecheck selbst habe die über 6.500 Inhaltsstoffe neu bewertet. "Teilweise", so Manhart, "fehlt die Quellenangabe noch, was wir in den nächsten 1-2 Wochen beheben werden."

So weit, so gut, wenn das Ergebnis überzeugen würde. So weit, so schlecht, denn das tut es nicht. So listet die App 5.497 Treffer mit dem Konservierungsmittel Isobutylparaben. Das ist in der EU seit Oktober 2014 in Kosmetik verboten. Laut Codecheck ist es dennoch beispielsweise in der Schaebens Feuchtigkeits Maske enthalten, im Kamill Hand & Nagelcreme Balsam, im Clearasil Daily Clear Täglich reinigendes Waschgel und der Balea Urea Bodylotion. ÖKO-TEST hat diese Produkte eingekauft – und die Hersteller verstoßen nicht gegen die gesetzlichen Vorschriften. Sie verwenden längst andere Konservierungsmittel.

Wie aktuell diese Informationen sind, lässt sich am Beispiel der Balea Urea Bodylotion erahnen. "ÖKO-TEST 3/2012 sehr gut" vermerkt Codecheck zu dem Produkt des dm-Drogeriemarkts, das angeblich Isobutylparaben enthält. Das ist schlicht falsch, denn als wir das Produkt vor über vier Jahren untersucht und mit "sehr gut" bewertet haben, enthielt es das verbotene Konservierungsmittel nicht mehr.

In der Balea Urea Bodylotion und den drei anderen Produkten bewertet Codecheck Isobutylparaben mit "nicht empfehlenswert". Im Bio Special Gleitgel, das den verbotenen Stoff ebenfalls noch enthalten soll, lautet die Bewertung dagegen "bedingt empfehlenswert". Das ist nach "empfehlenswert" die zweitbeste Einstufung. Bebildert ist das Ganze mit einem Produktfoto und dem ÖKO-TEST Label "sehr gut". Allerdings hat ÖKO-TEST diese Version des Gleitgels nie untersucht und der Hersteller hat längst eine Unterlassungserklärung abgegeben. Zudem ist das Label veraltet.

Kein Einzelfall von fragwürdigen Informationen und Bewertungen. So listet die App 21.194 Treffer für den Inhaltsstoff Butylphenyl Methylpropional. Mit dem auch Lilial genannten Duftstoff konnten die Codecheck-Experten offenbar nichts anfangen. Er wird einfach "nicht bewertet". Das Problem: Das nach Maiglöckchen duftende Lilial gefährdet die Fortpflanzung, selbst die EU hält den Stoff nicht mehr für sicher. Bei Codecheck können Lilial-haltige Produkte nichtsdestotrotz uneingeschränkt im grünen Bereich liegen.

Der Versuch, anhand der Inhaltsstofflisten Kosmetik zu bewerten, scheitert allerdings nicht nur an solchen fachlichen Mängeln, sondern auch an einem grundsätzlichen Problem: Viele Schadstoffe, die als Verunreinigungen in die Produkte gelangen, sind nicht deklariert. So fand ÖKO-TEST kürzlich in Nagellacken das verbotene Phenol. "Nicht verkehrsfähig" lautete daher unser Gesamturteil unter anderem für den Chanel Le Vernis 18 Rouge Noir. Bei Codecheck findet sich kein Hinweis auf die nervenschädigende Substanz – sie ist ja nicht deklariert. Das gleiche gilt für Mascara, die mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen belastet sein können. Die krebsverdächtigen und krebserregenden Substanzen, die ÖKO-TEST noch im September 2016 in vielen Produkten nachgewiesen hat, sind Verunreinigungen von Farbstoffen und finden sich ebenfalls nicht in den Inhaltsstofflisten. Ebenso wie stark krebserregende Nitrosamine in Wimperntusche.

Besonders bedenklich sind die blinden Flecke der App bei Lebensmitteln. Pestizide, Fettschadstoffe, Mineralölbestandteile oder krebserregend Pyrrolizidinalkaloide müssen die Hersteller bekanntlich nicht deklarieren – und sie tun es auch nicht. So hat ÖKO-TEST im Oktober 2016 Reiswaffeln untersucht. Die meisten waren "ungenügend". Sie enthielten unter anderem krebserregendes Arsen – zum Teil über dem gesetzlichen Grenzwert – sowie krebsverdächtiges Acrylamid.

Im gleichen Monat haben wir Donuts getestet. Alle Produkte waren "ungenügend" wegen erheblicher Mengen an Fettschadstoffen und Mineralölbestandteilen.

Im August 2016 fielen viele Rooibos-Tees durch: Sie waren mit so großen Mengen an krebserregenden Pyrrolizidinalkaloiden belastet, dass der so genannte Zielwert des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) um bis zu 3.400 Prozent überschritten war. Pyrrolizidinalkaloide sind natürliche Gifte, mit denen sich Pflanzen davor schützen, gefressen zu werden.

Von all dem findet sich bei Codeckeck – nichts. Im Gegenteil. An den Dennree Reiswaffeln ungesalzen, die nach unseren Untersuchungen über dem Grenzwert mit krebserregendem Arsen belastet sind, hat die App praktisch nichts zu kritisieren (dass die Waffeln laut Codecheck aus Vollkornbrot und Sesam bestehen, ist zwar völliger Unsinn, aber angesichts des blinden Flecks beim Arsen bedeutungslos).

Zum Meßmer Rooibos Tee, vermerkt Codecheck: Fett gering, Zucker gering, gesättigte Fettsäuren gering, Salz gering, glutenfrei, laktosefrei, vegan. Fragt sich, ob die User nicht eher darüber informiert werden sollten, dass der Gehalt an krebserregenden Pyrrolizidinalkaloiden in dem Tee um mehr als 280 Prozent über dem BfR Zielwert liegt.

"Gefahrenpotenzial beachten" mahnt Codecheck bei den Rewe Beste Wahl Mini Donuts. Die Warnung bezieht sich aber nicht auf die von ÖKO-TEST festgestellten "stark erhöhten" Mengen an Mineralölbestandteilen und die "erhöhten" Werte für Fettschadstoffe, sondern auf Lecithin. Sie geht auf eine Veröffentlichung des verstorbenen Heinz Knieriemen Ende der 1990er Jahre zurück. "Besonders von Allergikern und Asthmatikern" solle das weit verbreitete, aus Soja gewonnene Lecithin gemieden werden. Doch nicht einmal der als sehr kritisch bekannte Zusatzstoff-Experte Udo Pollmer teilt diese Sicht. Denn Sojalecithin enthält kein Sojaeiweiß mehr, das ist für die Allergien verantwortlich. Der Emulgator ist sogar für Bio-Produkte erlaubt.
 
 



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