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Freitag, 9. Dezember 2022
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Verschiedenes

 
35. Freiburger Herbstmess‘: Besucherrekord am ersten Wochenende
Schausteller und Veranstalter sind zufrieden

An den insgesamt 11 Messetagen vom 14. bis 24. Oktober strömten 170.000 Besucher auf die Freiburger Herbstmess’ und genossen das bunte Treiben zwischen Fahrgeschäften, Spielbuden, Imbissständen und dem Warenmarkt. Die Veranstalterin FWTM und die Schausteller sind mit dem Messeverlauf sehr zufrieden. „Die sehr guten Besucherzahlen der 35. Freiburger Mess‘ verdeutlichen deren ungebrochene Attraktivität trotz eines immer stärker werdenden Angebotes von Freizeitangeboten und -parks“, äußerte sich FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann zufrieden.

Besonders stark besucht war der erste Sonntag – bei strahlend blauen Himmel kamen alleine an diesem Tag 26.500 Besucher auf die Herbstmess´. Die Schausteller freuten sich über das umsatzstärkste Wochenende seit dem Bestehen der Freiburger Mess‘.

„Die Herbstmess‘ 2016 hat insbesondere an den beiden Sonntagen – trotz verregnetem zweitem Sonntag – und den Feuerwerkstagen gezeigt, dass die Familien unsere Mess‘ als attraktiven Anziehungs- und sozialen Treffpunkt voll und ganz angenommen haben, denn die Besucherzahlen der Herbstmess 2016 stellen sozusagen eine Abstimmung mit Füßen dar. Dies ist zu einem großen Teil auch der Anbindung unserer Mess durch die neue Straßenbahnlinie 4 geschuldet, aber auch hier müssen noch weitere Verbesserungen angestrebt werden“, so das Resümee von Lorenz Faller, Vorsitzender Landesverband der Schausteller und Marktkaufleute e.V., und Thomas Koch, Vorsitzender Schaustellerverband Freiburg e.V.
 
 

 
Dialog: Nicht immer bequem, aber notwendig
60 Jahre Katholische Akademie Freiburg

Die Katholische Akademie feiert in diesem Jahr ihr 60-jähriges Bestehen. Am Freitagabend, 21. Oktober fand die Jubiläumsveranstaltung „Die zerstreute Gesellschaft“ mit 250 Gästen in der Katholischen Akademie Freiburg statt.

Erzbischof Stephan Burger erinnerte in seinem Grußwort an Klaus Hemmerle, der 1956 zum Gründungsdirektor der Katholischen Akademie der Erzdiözese Freiburg ernannt wurde. Der damals 27-jährige Kaplan und spätere Bischof von Aachen Klaus Hemmerle hatte einen klaren Auftrag für die Katholische Akademie: Begegnung von Kirche und Welt. Dieser Auftrag bestehe auch heute noch, auch wenn sich das Verhältnis von Kirche und Welt gewandelt habe: „Kirche ist Teil der Welt mit ihren kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklungen.“ In einer Gesellschaft, die zu zersplittern und sich zu zerstreuen drohe, werde es „nicht leichter, die komplexen Fragestellungen zu erfassen, die unser Leben beeinflussen – vom Finden und Formulieren angemessener Antworten ganz zu schweigen“. Der Katholischen Akademie sei es in den vergangenen sechs Jahrzehnten gelungen, als Forum des offenen und konstruktiven Dialogs christliche Handlungsperspektiven in die gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Diskurse einzubringen. Gerade in einer Gesellschaft, die Gefahr laufe, sich mehr von Emotionen als von Fakten bestimmen zu lassen, sei diese Form der Begegnung und des Dialogs von höchster Bedeutung, so der Erzbischof. Dabei seien die Dialoge mit den Kulturen der Gegenwart, die in der Katholischen Akademie geführt werden, "nicht immer bequem, aber immer notwendig".

Über die plurale Gesellschaft, die nicht nur Freiheitsräume eröffnet, sondern auch Unsicherheit schafft, sprach der Münchner Journalist Richard Gutjahr in seinem Impulsvortrag. "Das Internet verändert unsere Gesellschaft. Das Internet ist nicht gut, nicht böse. Es ist da. Und es ist nicht der Untergang des Abendlandes." Gutjahr spricht von der "digitalen Empathie", die es zu erlernen gelte: Die sozialen Netzwerke nicht verdammen, sondern sich aktiv und mit klaren Positionen beteiligen!

Welche Werte die Gesellschaft in Zukunft prägen werden und welche Bindekräfte einer „zerstreuten Gesellschaft“ entgegen wirken, diskutierten in der anschließenden Podiumsdiskussion Richard Gutjahr, Tina Jerman, Geschäftsführerin der EXILE-Kulturkoordination, einer Agentur für interkulturelle und internationale Kunst- und Kulturprojekte in Essen und der Freiburger Pastoraltheologe Jun.-Prof. Dr. Bernhard Spielberg. Akademiedirektor Thomas Herkert, der durch den Abend führte, sieht die Verantwortung der Akademie darin, auch im Zeitalter der Digitalisierung Unterbrechungen zu schaffen und Räume des Innehaltens und der Reflexion zu ermöglichen.
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Freiburg: Bildungspaten gesucht
Geflüchteten Kindern und Jugendlichen beim Lernen helfen

In den Vorbereitungsklassen der Freiburger Schulen finden zugewanderte Kindern einen Lernort, der ihre Bedürfnisse berücksichtigt. Vor allem beim Spracherwerb, dem Schlüssel zur weiteren Bildung, benötigen sie oft zusätzliche Unterstützung. Hier setzt das Projekt Schulische Bildungspaten an, das engagierte Menschen mit Schülerinnen und Schüler der Vorbereitungsklassen zusammenbringt. Vor und nach den Sommerferien haben die ersten Bildungspaten ihre Arbeit in einer Grund- und zwei Werkrealschulen aufgenommen. Nun sucht das Amt für Schule und Bildung weitere Patinnen und Paten für Kinder und Jugendlichen, die eine Vorbereitungsklasse besuchen.

Gefragt sind Menschen, die über einen pädagogischen Hintergrund verfügen, wie zum Beispiel pensionierte Lehrkräfte oder Studierende der Pädagogik. An den Werkrealschulen können die Bildungspaten 14- bis 16-Jährige bei der Alphabetisierung und dem Lernen der deutschen Sprache unterstützen. In den Grundschulen geht es vor allem um Einzelförderung direkt im Unterricht und bei den Hausaufgaben. In den Gymnasien ist häufig fachliche Unterstützung, wie gezielte Nachhilfe, gefragt.

Die Bildungspatenschaft ist ein Ehrenamt, es erfolgt keine Bezahlung. Die Begleitung sollte idealerweise ein Schuljahr dauern, mindestens jedoch ein halbes. Die Patinnen und Paten treffen sich ein bis zwei Mal pro Woche mit einem Kind, einem Jugendlichen oder einer Kleingruppe von zwei bis drei Schülerinnen und Schülern, um sie beim Lernen oder bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen. Die Treffen finden in der Regel in der Schule statt. Die zuständigen Lehrkräfte legen den Förderbedarf, den Lernstoff und einen Zeitplan fest und besprechen die Planung mit den Beteiligten.

Ziel ist es, die schulische Eingewöhnung und die Integration der Kinder und Jugendlichen zu verbessern: Die Bildungspaten unterstützen ihre Schützlinge im Unterricht und helfen ihnen, schulische und berufliche Perspektiven zu entwickeln. Dazu gehört insbesondere auch die Vermittlung der deutschen Sprache, Kultur und Werte. Die Bildungspatinnen und -paten sollen Ratgeber auf Augenhöhe sein. Das bedeutet, die Ressourcen der Kinder zu erkennen und zu fördern und eine vertrauensvolle Beziehung aufzubauen. Eine Fortbildung bereitet die Interessenten auf ihre Aufgabe vor. Während des Einsatzes gibt es einen regelmäßigen Erfahrungsaustausch und die Möglichkeit, Weiterbildungen zu besuchen.

Derzeit nehmen fünf Schulen mit jeweils mehreren Vorbereitungsklassen an dem Projekt teil. Die Auswahl erfolgte nach Dringlichkeit und Bedarf. Die Patinnen und Paten, die bereits im Einsatz sind, konnten über die städtische Koordinationsstelle der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe gewonnen werden.

Kontakt: Für eine passende Vermittlung ist ein persönliches Gespräch erforderlich. Interessenten können sich für die Terminabsprache und bei Fragen an die Koordinatorin Ruth Hofmann im Amt für Schule und Bildung wenden: Tel. 0761 / 201–2347, Mail: ruth.hofmann@stadt.freiburg.de.
 
 

 
Seniorenabzocke: Wie Bank- und Finanzberater Senioren hereinlegen
Immer wieder nutzen Bank- und Finanzberater das Vertrauen von Senioren aus und schwatzen ihnen viel zu riskante Finanzprodukte auf. Mit welchen falschen Versprechen Berater Ältere über den Tisch ziehen und wie sich die Opfer wehren können, schildert die November-Ausgabe von Finanztest anhand von Beispielen. Der detaillierte Bericht ist auch unter www.test.de/seniorenabzocke veröffentlicht.

Zweigstellen von Banken und Sparkassen, die sich in Altersheimen befinden, werden von vielen Älteren als Segen empfunden. Doch was bequem ist, muss nicht zum Vorteil sein. So verkaufte eine Beraterin der Commerzbankkontaktstelle im Erkrather Rosenhof einem 78-jährigen Bewohner langjährige riskante Schiffsbeteiligungen, obwohl sie wusste, dass er sein Geld in Kürze für die Pflege benötigte. Das passte nicht zu den Wünschen des alten Herrn, brachte der Bank aber eine satte Provision. Der alte Herr wehrte sich und bekam vor Gericht Recht. Dieser und weitere Fälle des Artikels zeigen, dass sich Schadenersatzprozesse lohnen können, auch wenn sie für Ältere sehr nervenaufreibend sind. Nicht nur die Betroffenen selbst, sondern auch Angehörige sollten gegen Falschberatung vorgehen.

Grundsätzlich sollte jeder zu einer Anlagenberatung einen Vertrauten als Zeugen mitnehmen, um im Streitfall eine Falschberatung beweisen zu können. Wer nicht sicher ist, ob ein Finanzprodukt das richtige für ihn ist, sollte seine Verträge von Experten oder einer Verbraucherzentrale überprüfen lassen. Im Artikel werden Anlaufstellen sowie die Kosten für eine solche Beratung genannt. Außerdem wird erklärt, welche Schutzmaßnahmen bei einer beginnenden Demenz vor unsinnigen Vertragsabschlüssen wirksam schützen.

Der ausführliche Artikel Finanzberatung für Senioren mit hilfreichen Tipps und Fallbeispielen erscheint in der November-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest (ab 19.10.2016 am Kiosk) und ist bereits unter www.test.de/seniorenabzocke abrufbar.
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Finanztest Spezial Einbruchschutz
Das Zuhause sicher machen

Um 10 Prozent stieg die Zahl der Einbrüche in 2015. Viele Haus- und Wohnungstüren sind für Einbrecher geradezu eine Einladung: Die Schlösser sind veraltet und ein Profi knackt sie in wenigen Minuten. Dabei ist perfekter Schutz gar nicht nötig. Wie man Schlösser, Türen und Fenster so nachrüstet, dass sie Einbrecher aufhalten, zeigen die Tests im Finanztest Spezial Einbruchschutz der Stiftung Warentest. Zusätzlich informiert das 114-seitige Heft über Rauchmelder, Versicherungen und das Verhalten im Schadensfall.

Einbrecher haben es eilig. Deshalb nutzt es sehr, ihnen die Arbeit zu erschweren. Ein gutes Schloss, eine solide Tür, eine Alarmanlage – das schreckt ab. Im Finanztest Spezial Einbruchschutz finden sich alle Informationen für den Sicherheits-Check der eigenen vier Wände und was zu tun ist. Moderne, sichere Einsteckschlösser können mit wenig Aufwand nachträglich eingebaut werden. Auch bei Fenstern lässt sich der Einbruchschutz im Nachhinein deutlich verbessern. Welche Produkte sich besonders eignen, zeigen die Testergebnisse. Für Maßnahmen zum Einbruchschutz können Mieter und Eigentümer Zuschüsse der staatlichen KfW-Bank bekommen. 2017 werden die Mittel dafür verfünffacht.

Schützen sollte man sein Zuhause auch gegen Naturgewalten wie Starkregen und gegen Brand. Der Test von Rauchmeldern findet sich ebenso im Heft wie die Untersuchungen von Hausrat- und Wohngebäudeversicherungen, jeweils mit Elementarschutz. Mit den Tarifvergleichen lässt sich oft noch einiges an Geld sparen.

Das Finanztest Spezial Einbruchschutz hat 114 Seiten und ist zum Preis von 8,50 Euro im Handel erhältlich oder kann online unter www.test.de/spezial-einbruchschutz bestellt werden.
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Freiburg Tourismus: Gästebefragung gestartet
Ergebnisse fließen in Tourismus- und Hotelkonzept ein

Die FWTM führt aktuell in Kooperation mit Freiburger Hotels und privaten Ferienunterkünften sowie der Tourist Information eine schriftliche Befragung der Übernachtungsgäste in Freiburg durch. FWTM-Abteilungsleiterin Franziska Pankow: „Die Zufriedenheit unserer Gäste ist uns ein großes Anliegen, daher befragen wir derzeit als Tourismusverantwortliche Freiburgbesucher. Die Ergebnisse sollen der Sicherung und Steigerung der Qualität des touristischen Angebotes in Freiburg dienen.“ Die Gästebefragung ist Teil des Tourismuskonzepts für Freiburg, das die FWTM bei dem Institut Projekt M beauftragt hat.

Durch die Gästebefragung kann ermittelt werden, welche Dienstleistungen besonders geschätzt werden und was in Zukunft verbessert werden kann. Die rund 25 Fragen decken unter anderem die Bereiche Gästestruktur, Anreise, Informations- und Buchungsverhalten, Gästezufriedenheit, Reiseverhalten, Wiederkehrbereitschaft sowie das Image Freiburgs ab. So werden unter anderem die Reisemotive für Freiburg und die Angebotsnutzung festgestellt, als auch die Reiseausgaben und die Imagefacetten Freiburgs abgefragt.

Der anonymisierte Fragebogen wurde so konzipiert, dass das Ausfüllen nicht mehr als zehn Minuten beansprucht. Um einen möglichst breiten Einblick über die Gästestruktur zu erhalten, wird die Befragung in zwei Wellen vom 15. Oktober bis 15. Dezember sowie vom 1. April bis 30. Juni 2017 durchgeführt. Befragt werden nationale und internationale Gäste.

Die Erkenntnisse über die Verhaltensweisen und Einstellungen der Freiburg-Gäste werden in das von der FWTM beauftragte Tourismuskonzept einfließen und damit einhergehend bei der Festlegung zukünftiger Infrastruktur- und Tourismusmarketingmaßnahmen berücksichtigt. Die FWTM beabsichtigt, die Befragung in regelmäßigen Abständen zu wiederholen.
 
 

 
Neues ‚Vorsorgekonto‛ wurde weiter konkretisiert und ist nun umsetzungsreif
Minister Peter Hauk MdL: "Private Altersvorsorge muss einfach, transparent und kostengünstig sein."

Auf Initiative der Verbraucherkommission Baden-Württemberg wurde das so genannte ‚Vorsorgekonto‘ initiiert und von der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg, von Öko-Test und dem Bund der Versicherten weiterkonkretisiert. Anlass ist die wachsende Verunsicherung bei Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Bezug auf die eigene Altersvorsorge. Das ‚Vorsorgekonto‘ kann hier eine gute Alternative bieten.

„Bei den staatlich geförderten privaten Altersvorsorgeprodukten müssen am Ende sowohl die eigenen Beiträge als auch das staatliche Fördergeld bei den Menschen ankommen – einschließlich einer angemessenen Rendite. Dies ist bei der Mehrzahl der angebotenen Altersvorsorgeprodukte nicht der Fall. Private Altersvorsorge muss einfach, transparent und kostengünstig sein“, sagte Verbraucherminister Peter Hauk MdL am Mittwoch (5. Oktober) in Stuttgart. Verbraucherinnen und Verbrauchern müsse nun möglichst schnell Zugang zu einem solchen Altersvorsorgeprodukt ermöglicht werden. Deshalb habe er bereits an Bundesarbeitsministerin Nahles geschrieben und ihr die Idee vorgestellt.

Seit vielen Jahren wachse die Unsicherheit der Menschen mit Blick auf die finanzielle Absicherung im Alter. Zahlreiche Angebote sind am Markt, aber viele sind zu komplex, die Renditen zu gering oder die Kosten zu hoch. „Deshalb fordern wir die Einführung eines Vorsorgekontos in der Form eines staatlich geförderten Basisproduktes für die private Altersvorsorge“, so Minister Hauk.

Gerade junge Menschen müssten sich mit der Zukunft und der Zeit nach dem Ruhestand auseinandersetzen. „Aufgabe der Politik ist es, Altersarmut vorzubeugen und die Bevölkerung frühzeitig für das Thema der privaten Altersvorsorge zu sensibilisieren. Ein Vorsorgekonto würde hierfür eine einfache und kostengünstige Lösung bieten“, betonte der Minister.

„Ausgangspunkt unserer Überlegungen war die Frage, wie Pflichtversicherte im Rahmen des geltenden Rechts ihre Rentenanwartschaft durch zusätzliche Beiträge erhöhen können“, berichtete Andreas Schwarz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Baden-Württemberg. Eine gleichzeitige freiwillige Versicherung sei bei der gesetzlichen Rentenversicherung ausgeschlossen, aber es bestehe die Möglichkeit des Ausgleichs späterer Rentenabschläge ab dem 55. Lebensjahr. Hiervon werde – wegen der innerhalb kurzer Zeit aufzubringenden hohen Summen – bisher wenig Gebrauch gemacht, so Schwarz. Mit dem ‚Vorsorgekonto‘ könnten entsprechende Beträge über einen längeren Zeitraum bequem angespart werden, ohne dass dies zwangsläufig in einen früheren Rentenzugang münden müsse. Das zusätzliche finanzielle Polster eröffne beim Übergang in den Ruhestand mehr Flexibilität. Gehe man früher in Rente, können die Abschläge ausgeglichen werden. Werde bis zur Regelaltersgrenze gearbeitet, ergebe sich eine lukrative Zusatzrente.

Die aktuell mit dem Gesetzesentwurf zur Flexi-Rente vorgesehene Ausweitung der Ausgleichsmöglichkeit von Abschlägen bereits ab dem 50. Lebensjahr zeige, so Schwarz weiter, dass man in die richtige Richtung denke. Nur gehe das ‚Vorsorgekonto‘, da es ein Sparen über das gesamte Erwerbsleben ermögliche, noch einen Schritt weiter. Durch seine Verknüpfung mit dem Abschlagsrückkauf ist es systemnah an die gesetzliche Rentenversicherung angelehnt. Als Non-Profit-Organisation habe die gesetzliche Rentenversicherung keine Aktionäre, für die sie Dividenden erwirtschaften müsse. Zudem zahle sie auch keine Vertriebsprovisionen. Das für den Rückkauf von Abschlägen eingesetzte Geld, folgerte Schwarz, komme direkt bei den Versicherten an.

ÖKO-TEST hatte mit seinen Untersuchungen schon sehr früh festgestellt, dass viele Riester-Renten-Angebote teuer, intransparent und renditeschwach sind. Die Rentenleistungen sind teilweise so niedrig, dass die Sparer unterm Strich sogar Minusrenditen erzielen. „Damit war klar, dass die Rentenlücke mit solchen Riester-Produkten nicht wie geplant zu schließen ist“, sagt ÖKO-TEST Chefredakteur Jürgen Stellpflug. Ähnliche Ergebnisse ergaben die ÖKO-TESTs von Produkten der betrieblichen Altersvorsorge wie Direktversicherungen und Pensionskassen. Das zeigte, dass sich eine attraktive und transparente kapitalgedeckte Vorsorge nur im Rahmen einer Non-Profit-Organisation wie der Deutschen Rentenversicherung verwirklichen lässt.

Ein Herzstück des ‚Vorsorgekontos‘ ist die kostengünstige, kollektive Kapitalanlage, breit gestreut in weltweiten ETF-Aktien- und Rentenfonds. Anders als bei einem individuellen Fondssparplan oder ausländischen Vorsorgemodellen wie der schwedischen Prämienrente, werden die Jahr für Jahr erzielten Kapitalerträge den Vorsorgesparern aber nicht sofort in voller Höhe gutgeschrieben. Vielmehr wird ein Teil in einem kollektiven Reservetopf gesammelt. Auf diese Weise entsteht ein Risikopuffer, der primär in guten Kapitalmarktjahren aufbaut und in schlechten Jahren dazu genutzt wird, rückläufige Erträge oder gar Verluste auszugleichen. „Unsere Berechnungen zeigen, dass mit diesem Modell, anders als mit vielen Riester-Renten-Angeboten, die durch die Rentenreform entstandene Rentenlücke hätte geschlossen werden können“, so Stellpflug.

Das ‚Vorsorgekonto‘ bietet zusätzlich zu dem Sparcharakter fürs Alter auch eine Unterstützung im Falle einer Erwerbsminderung. Tritt diese ein, so unterstützt das Vorsorgekonto und führt zu einer höheren Erwerbsminderungsrente. „Vorsorge sollte mehr sein als nur ein reiner Sparprozess“ erklärt Axel Kleinlein, Vorstandssprecher des Bund der Versicherten. Der Versicherungsmathematiker Kleinlein unterstützte die Entwicklung des ‚Vorsorgekontos‘ aus aktuarieller Sicht um insbesondere die Machbarkeit dieser zusätzlichen Erwerbsminderungsabsicherung zu prüfen. Das Ergebnis war positiv: „Mit dem Vorsorgekonto ist es bereits nach fünf Jahren möglich, die Abschläge bei der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente in voller Höhe auszugleichen“, resümiert Kleinlein.

Minister Hauk begrüßte die aktuelle Debatte um eine grundsätzliche Reform der Alterssicherung sowohl der gesetzlichen, der betrieblichen aber auch der privaten Altersvorsorge. „Beim ‚Vorsorgekonto handelt es sich um eine private Zusatzversorgung, die nicht den Anspruch erhebt, für sich allein flächendeckend Altersarmut zu bekämpfen. Vielmehr stellt es eine zusätzliche Möglichkeit der Sicherung des Lebensstandards im Alter dar“, so Hauk. Für ihn sei es sehr wichtig, „dass Verbraucherinnen und Verbraucher die Möglichkeit erhalten sich im Rahmen des dichten Dschungels der Altersvorsorgeverträge für eine transparente Alternative entscheiden zu können. Vor allem weil es nicht um eine reine Anlagemaximierung geht, sondern um die grundsätzliche Sicherung des Lebensstandards im Alter.“
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Spezial Bestattungen: Was tun im Todesfall?
Stirbt ein geliebter Mensch, möchten sich die meisten Angehörigen häufig lieber mit anderem beschäftigen als mit der Organisation einer Bestattung und behördlichen Formalitäten. Doch ausgerechnet in den ersten Tagen müssen Hinterbliebene eine Vielzahl an Aufgaben erledigen und unter Zeitdruck wichtige, oft teure Entscheidungen treffen. Das test Spezial Bestattungen der Stiftung Warentest begleitet Angehörige bei allen wichtigen Schritten nach einem Todesfall.

Die Bestattungskultur ändert sich. Nur noch jeder Vierte wünscht sich eine Beisetzung im traditionellen Sarggrab. Die Zahl der Alternativen ist in den vergangenen Jahren gewachsen. Der gesellschaftliche Trend zur Individualisierung schlägt sich ebenso nieder wie die Digitalisierung und die steigende Zahl von Menschen, die nicht nach christlicher Tradition beigesetzt werden. Um den neuen Entwicklungen gerecht zu werden, hat die Stiftung Warentest das Test Spezial Bestattungen für seine vierte Auflage nicht nur aktualisiert, sondern umfassend überarbeitet.

Das Sonderheft beginnt mit einem Schritt-für-Schritt-Plan für die ersten Tage, beschreibt die verschiedenen Arten der Beisetzung, welche Preise fair und üblich sind und was einen guten Bestatter auszeichnet. Außerdem informiert es Hinterbliebene über ihre Rechte und Pflichten und die wichtigsten Aspekte beim Umgang mit dem Nachlass.

Test Spezial Bestattungen erscheint am 8. Oktober im Handel oder kann online bestellt werden unter www.test.de/bestattung.
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