Mauer mit zwei markanten Ecktürmen und Treppenaufgang ist reparaturbedürftig
Die Gemeinde der Katholischen Pfarrkirche Allerheiligen in Urach, ein Ortsteil der Stadt Vöhrenbach, erhält für Sanierungsarbeiten an der Kirchenmauer einen Fördervertrag über 50.000 Euro. Das ist möglich dank der zahlreichen privaten Unterstützer der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), mithilfe der GlücksSpirale Baden-Württemberg.
Der entsprechende Fördervertrag wird am Montag, den 13. April 2026, 9.00 Uhr von Dr. Christine Blessing vom DSD-Ortskuratorium Villingen-Schwenningen an Harald Bethäuser, stellvertretender Pfarrer der römisch-katholischen Kirchengemeinde im Quellenland überreicht, im Beisein von Marina Roßmann, Regionaldirektorin Toto-Lotto.
Mithilfe der Mittel sollen unter anderem Sandsteinelemente am Treppenaufgang, die Mauerabdeckung und Wasserführung erneuert werden. Zudem soll die Mauer wieder mit einer Kalkschlämme gemäß historischem Vorbild verputzt werden.
Zum Objekt:
Die Ursprünge der Uracher Allerheiligen-Kirche liegen im elften Jahrhundert. Aus dieser Zeit stammt der auf romanischem Sockel gebaute Kirchturm, der anfangs keine Kuppel hatte und später die heute auffällige, karminrote Zwiebelhaube erhielt, und der im gotischen Stil erbaute Altarraum. Das Langhaus, der Hauptteil der Kirche, stammt aus dem 14. Jahrhundert. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Kirche immer weiter nach hinten verlängert, zuletzt 1870/71. Die hochwertige, barocke Innenausstattung mit drei Altären erhielt die Kirche in den Jahren 1739 bis 1741.
Die Barockgemälde stammen vom bekannten Barockmaler Johann Pfunner. Die holzgeschnitzten Figuren sowie die geschnitzte Kanzel stammen von Klosterbildhauer und Holzschnitzer Matthias Faller (1707-1791), der damals auch als „Der Herrgottschnitzer des Schwarzwalds“ bezeichnet wurde.
Die Kirchenmauer, die nun restauriert werden soll, wurde zwischen 1753 und 1754 zum Schutz des Friedhofes errichtet. Sie besitzt zwei markante Ecktürme, in denen eine nur noch rudimentär erhaltene Kreuzigung und Ölberggruppe, deren Figuren wohl auch von Faller stammen, erhalten ist. Neben den Ecktürmen verfügt die Kirchenmauer über einen südlichen Aufgang, der über eine schmale, überdachte, zweiläufige Treppenanlage führt.
Die imposante Anlage mit Kirche und Mauer thront gut sichtbar über dem kleinen Ort Urach. Der besondere karminrote Zwiebelturm und die mächtige Kirchenmauer sind ein Blickfang und auch Wahrzeichen des Dorfes, das jährlich viele Touristen anzieht. Der Bau des aufwendigen Kirchenensembles lässt sich mit der Lage an dem mittelalterlichen Hauptverbindungsweg zwischen Villingen und Freiburg erklären.
Die Kirchenmauer in Urach ist eines von rund 450 denkmalgeschützten Objekten, die die Deutsche Stiftung Denkmalschutz in Baden-Württemberg bisher unterstützt und gefördert hat. |