Dachinstandsetzung von Kirchenschiff und Turm
Bei einem Pressetermin am Mittwoch, den 29. Januar 2025 um 12.00 Uhr überbringt Hans Weller, Ortskurator Erlangen der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), dank zahlreicher Spenden sowie der Erträge der Lotterie GlücksSpirale einen Fördervertrag in Höhe von 100.000 Euro für die Instandsetzung des Dachstuhls über Kirchenschiff und Turm der Hugenottenkirche in Erlangen an Pfarrerin Susanne Gillmann. Das Gotteshaus gehört somit zu den über 590 Denkmalen, die die DSD dank privater Spenden, der Erträge ihrer Treuhandstiftungen sowie der Mittel der Lotterie GlücksSpirale allein in Bayern fördern konnte.
Der Saalbau der evangelisch-reformierten Hugenottenkirche in Erlangen ist ein eingeschossiger Sandsteinquaderbau mit Mansardwalmdach, Ecklisenen und Gesimsgliederung. Östlich angebaut wurde ein dreigeschossiger, rechteckiger Fassadenturm mit achteckigem Aufsatz, Gesims- und Pilastergliederung sowie Haubenbekrönung. Der Grundstein für die im südwestlichen Bereich der Erlanger Neustadt stehenden Kirche wurde im Jahr 1686 gelegt, die Einweihung fand 1693 statt. Der an der Ostseite ausgebildete Mittelrisalit wurde von 1732 bis 1736 errichtet. Die zunächst dem französisch-reformierten Ritus dienende Kirche wird seit dem Jahr 1922 von der evangelisch-reformierten Gemeinde genutzt.
Zum Objekt:
Die in platzbeherrschender Position an der westlichen Schmalseite des heutigen Hugenottenplatzes stehende Pfarrkirche ist ein unverputzter eingeschossiger Sandsteinquaderbau mit mächtigem Mansardwalmdach. Die Fassaden werden durch Ecklisenen und ein umlaufendes Traufgesims gegliedert. Die hochrechteckigen Fenster sind weit heruntergezogen, über deren kräftigen Stürzen sitzen Rundfenster. Der hochbarocke Fassadenturm, der im Erdgeschoss den durch ein Säulenportal hervorgehobenen Haupteingang aufnimmt, ist dreigeschossig. Die durch kräftige Gesimse getrennten Hauptgeschosse werden im Erdgeschoss durch Ecklisenen, im ersten Obergeschoss durch Eckpilaster und im zweiten Obergeschoss durch Dreiviertel-Säulen gegliedert.
Der Innenraum ist ein querrechteckiger Saal. Eine im Oval angeordnete, fast vollständig umlaufende Arkadenreihe mit zwölf Rechteckpfeilern, Korbbogen-Abschlüssen und Empore ist eingestellt. Das westliche Segment ist offen und der Kanzel vorbehalten. Die Decke, über kräftig ausgebildeten Hohlkehlen, schmückt schlichter Rahmenstuck in geometrisierenden Formen. Einzige historische Ausstattung sind die vermutlich zur Erstausstattung gehörende Kanzel und die um 1760 hinzugekommene Orgel mit Rocaille-Werk. |