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Buchtipps

Buchtipp: Bert Jäger
 
Buchtipp: Bert Jäger "Cose della vita"
Catalogue raisonné

herausgegeben von Dieter Weber für die Sammlung Bert Jäger.

Der 1919 in Karlsruhe geborene Bert Jäger (gest. 1998, Freiburg) zählt zusammen mit Emil Schumacher, Wols, Karl Otto Götz, Fred Thieler, Karl Fred Dahmen, Gerhard Hoehme und Bernhard Schultze zur älteren Generation des deutschen Informel. Er trat mit seiner gestisch abstrakten Malerei Ende der 1950er Jahre in Erscheinung und hat ein künstlerisches Erbe hinterlassen, das den Genannten gleichberechtigt zur Seite gestellt werden kann. Das vorliegende Œuvreverzeichnis erfasst die Jahre von 1936 bis 1998 mit mehr als 2.600 Werknummern. Dabei zeigt sich, dass Jäger auch nach einer Pause von 17 Jahren seinem „gegenstandsentbundenen“ Ausdruck treu geblieben ist. Jägers Werk ist eine spannende Neuentdeckung, war er doch ein extrem politisch denkender Mensch, dessen künstlerische Entwicklung eng mit dem Erleben und Erleiden der Zeitgeschichte verknüpft ist. Sein OEuvre zeigt exemplarisch, dass es nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges für die Gestaltung eines Gemäldes nicht länger konventioneller Mittel wie Staffelei, Ölfarbe und Palette bedurfte. Jäger arbeitete mit Bürsten und Besen und aus der Kraft seines gesamten Körpers heraus. Vergleiche mit europäischen und amerikanischen Künstlern zeigen die Qualität seiner Werke und veranschaulichen Jägers Bedeutung innerhalb der nationalen und internationalen Kunstgeschichte der Nachkriegszeit.

Bert Jäger, *1919 in Karlsruhe, verstorben 1998 in Freiburg.

modo Verlag 2022, 404 Seiten, 2138 Abbildungen, € 98,00 (D)
ISBN 978-3-86833-272-8
 
 

Energetische Sanierung in der Eigentümergemeinschaft
 
Energetische Sanierung in der Eigentümergemeinschaft
Planen, Kalkulieren, Beschließen, Umsetzen

In einer Eigentümergemeinschaft ist es nicht immer leicht, Entscheidungen zu treffen. Doch je besser informiert alle sind, desto einfacher lassen sich Projekte umsetzen, wie zum Beispiel eine energetische Sanierung. Durch die Gesetzgebung werden immer mehr Eigentümergemeinschaften hier zum Handeln gezwungen. Die Stiftung Warentest veröffentlicht in ihrem Buchprogramm am 15. November einen neuen Ratgeber, der sich an Eigentümergemeinschaften richtet, die sich dieser Herausforderung stellen wollen.

Das 240 Seiten starke Buch vereint alles, was private Wohnungseigentümergemeinschaften über energetische Sanierungen wissen müssen. Das sind nicht nur juristische, sondern auch bautechnische, ökologische und nicht zuletzt finanzielle Aspekte, bei letzteren vor allem umfassende Informationen über Fördermöglichkeiten und Finanzierungskonzepte. Angereichert wird all dies durch etliche Vergleichstabellen und Fallbeispiele. Autorin Eva Kafke: „Wir wollen Wohnungseigentümern helfen, sich im Spannungsfeld zahlreicher Interessen zu orientieren und gemeinsam die beste Lösung für ein Sanierungskonzept zu finden. Schließlich sind umfangreiche und teure Modernisierungsmaßnahmen realistisch nur umsetzbar, wenn die Beschlüsse und damit auch die Kosten von möglichst vielen, im Idealfall von allen Eigentümern getragen werden.“

Dabei bergen die Neuerungen des Wohnungseigentumsgesetzes von Ende 2020 viele Erleichterungen für die Beschlussfassung in Eigentümergemeinschaften. Egal, ob Fenster ausgetauscht werden, die Fassade gedämmt oder eine neue Heizungsanlage eingebaut wird: Solche energetischen Sanierungen verringern die künftigen Betriebskosten für Selbstnutzer und Mieterschaft, erhöhen den Wohnkomfort und steigern den Wert der Immobilie.

Den Einstieg in die Lektüre bilden grundsätzliche Überlegungen: Was wollen wir, wer ist dabei, wann ist ein geeigneter Zeitpunkt, und wo gibt es Unterstützung? Weiter geht es im Kapitel 2 mit der Beschlussfassung – von der Idee bis zur Planung. Kapitel 3 widmet sich den verschiedenen Energieeffizienzmaßnahmen an der Gebäudehülle und der Anlagentechnik. Es folgen Kapitel über die Finanzierung, die Durchführung der Sanierung und den rechtlichen Rahmen, insbesondere das Wohnungseigentumsgesetz, das Gebäudeenergiegesetz, das Erneuerbare-Energien-Gesetz und das Mietrecht. Ein Serviceteil mit nützlichen Adressen und hilfreichen Links rundet den Ratgeber ab.

Autorin Eva Kafke ist Fachjournalistin für Immobilienthemen. Sie hat als Chefredakteurin und Pressesprecherin für immobilienwirtschaftliche Verbände gearbeitet, sich intensiv mit den Neuerungen in der Gesetzgebung beschäftigt und eine Zeitschrift für Wohnungseigentümer entwickelt.

Auf 240 Seiten informiert der Ratgeber „Energetische Sanierung in der Eigentümergemeinschaft“ umfassend. Für 39,90 Euro ist er ab 15. November 2022 im Handel erhältlich oder kann online bestellt werden unter www.test.de/energetische-sanierung-eigentuemergemeinschaft. Die Lieferung ist kostenlos.
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Ratgeber „Ihr Vermögens-Turbo ab 50“
Geldanlage im Zeitraffer für eine bessere Rente

Wer im Alter eine bessere Rente haben oder sich einen langgehegten Traum erfüllen will, sollte spätestens mit Anfang 50 eine Bestandsaufnahme seiner Finanzen machen – um dann die Jahre bis zur Rente zielgerichtet vorzusorgen. Wie das geht, zeigt der neue Ratgeber „Ihr Vermögens-Turbo ab 50“ der Stiftung Warentest. Das Buch hilft beim individuellen Finanz-Check und zeigt, wie man mit zielgerichteten Spar- und Anlagestrategien in begrenzter Zeit zu mehr Geld im Ruhestand kommt.

Besonders in Zeiten hoher Inflation und niedriger Zinsen ist es wichtig, einen klugen Finanzplan zu haben, um das bisher Ersparte nicht nur zu sichern, sondern möglichst zu vermehren. Wie kann man sein Geld jetzt anlegen und das eigene Depot auch in Crashzeiten im Lot halten, um sich in Zukunft Wünsche erfüllen zu können? Ist ein vorgezogener Renteneintritt finanziell möglich? Und wie lässt sich die eigene Rente optimieren, selbst dann, wenn wenig Geld zum Sparen vorhanden ist? Antworten gibt der neue Ratgeber der Stiftung Warentest.

Das Buch liefert mit dem geballten Wissen von Finanztest solide Vorschläge für Menschen mit mehr Vermögen, aber auch mit wenig Erspartem. Konkrete Fallbeispiele zeigen leicht verständlich, wie man seine Anlagestrategie am besten auf die persönlichen Ziele und die eigene Finanzsituation zuschneidet: Das geht mit der cleveren Kombination von Fonds, ETF und sicheren Zinsanlagen. Aber auch zusätzliche Einzahlungen in die Rentenkasse oder mögliche staatliche und betriebliche Zuschüsse und Steuervorteile können wichtige Bausteine für das eigene Sparziel sein.

Der Autor Thomas Öchsner ist Wirtschaftsjournalist und spezialisiert auf Finanzthemen. Als selbstständiger Autor ist er unter anderem für die Stiftung Warentest tätig.

Das Buch „Ihr Vermögens-Turbo ab 50“ hat 160 Seiten und ist ab dem 18. Oktober 2022 für 22,90 Euro im Handel erhältlich oder kann online bestellt werden unter test.de/vermoegensturbo-50.
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Buch „Schluss mit Bluthochdruck“
 
Buch „Schluss mit Bluthochdruck“
Das Einmaleins des Blutdruck-Senkens

Diagnose Bluthochdruck – heißt es für fast jeden dritten Erwachsenen in Deutschland. Der neue Ratgeber der Stiftung Warentest zeigt auf, wie die Herz-Kreislauf-Krankheit entsteht und mit welchen natürlichen und medikamentösen Therapien man dagegen vorgehen kann. Das Ziel: Den Druck in den Gefäßen senken und Folgeerkrankungen vermeiden.

Es ist nie zu spät, mit der Bluthochdruck-Therapie zu beginnen. Schon kleine Veränderungen im Alltag können große Wirkungen haben. Wer zum Beispiel mehrmals die Woche eine halbe Stunde Rad fährt, spazieren geht oder schwimmt, senkt den Druck um bis zu 5 bis 10 mmHg ab. Und noch einmal 5 mmHg können hinzukommen, wenn man beim Essen konsequent auf eine salzärmere Ernährung achtet. Hört sich einfach an? Ist es aber im Alltag oft leider nicht.

Damit es gelingt, gibt der Ratgeber „Schluss mit Bluthochdruck” viele praktische Tipps für einen gesünderen Lebensstil: Ob mit einem Stresstagebuch, einer Ernährungsampel oder Yoga – Leserinnen und Leser werden Schritt für Schritt begleitet, wenn es darum geht, eingefahrene Gewohnheiten zu ändern. Sind zusätzlich Medikamente nötig, bietet der Ratgeber einen Überblick über wirksame und durch die Stiftung Warentest geprüfte Medikamente. Er hilft dabei, sich auf eine medikamentöse Behandlung einzustellen – dank Checklisten zur Einnahme der Medikamente und zu Vor- und Nachteilen der einzelnen Wirkstoffe. Das Autorenteam möchte dabei unterstützen, gemeinsam mit Arzt oder Ärztin Entscheidungen zu treffen und den eigenen Weg im Umgang mit Bluthochdruck zu finden.

Zum Autorenteam:

Anke Nolte ist freie Medizinjournalistin in Berlin und beschäftigt sich intensiv mit einer ganzheitlichen Sichtweise auf Gesundheit und Krankheit.

Prof. Dr. med. Manfred Anlauf war Chefarzt der Medizinischen Klinik II des Zentralkrankenhauses Reinkenheide in Bremerhaven. Sein Arbeitsschwerpunkt liegt auf Erkrankungen, die mit Bluthochdruck einhergehen.

Der Ratgeber „Schluss mit Bluthochdruck“ informiert umfassend auf 176 Seiten und kann ab dem 18. Oktober für 20 € im Handel gekauft oder online unter www.test.de/bluthochdruck bestellt werden.
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Buchtipp: Helmut Achatz
 
Buchtipp: Helmut Achatz "Rentenplaner für Dummies"
Die Renten sind sicher…

Aktuell beziehen weit über 21 Millionen Menschen in Deutschland eine Altersrente. Heute kommen auf 100 werktätige Deutsche schon rund 36 Rentner. In zehn Jahren werden es fast 47 sein. Höchste Zeit also für alle (zumindest) kurz vor der Rente, sich spätestens jetzt zu fragen, ob die Rente reicht. Helmut Achatz bietet in seinem Ratgeber „Rentenplaner für Dummies“ ganz konkrete Hilfestellung und Tipps, um entspannt der Rente entgegenzusehen.

Ende 50, Anfang 60? Spätestens jetzt fragen sich die meisten, ob sie für ihren Ruhestand genügend vorgesorgt haben. Der Finanzexperte Helmut Achatz zeigt in „Rentenplaner für Dummies“ worauf man achten muss und was man noch kurz vor Rentenbeginn erledigen sollte. Er hilft, einen Überblick über die eigenen Finanzen im Alter zu gewinnen. Die Leser erfahren, wie sie früher in Rente gehen können, eventuelle Versorgungslücken schließen, wie sie ihre Rente aufbessern können und welche Fallstricke es bei Steuern und Sozialabgaben gibt. Außerdem erhalten sie Anregungen, wie sie ihr Vermögen im Alter am besten anlegen, wo sie sparen können und worauf es beim Vererben ankommt.

Achatz über die richtige Rentenplanung: „Egal ob Sie noch einige Jährchen bis zur Rente haben, kurz davor sind oder bereits in Rente. Wünschen Sie eine auskömmliche Rente, dann haben Sie als Vorruheständler noch die Gelegenheit, an der Schraube zu drehen. Aber auch wenn Sie schon in Rente sind, lässt sich noch etwas deichseln, um mit der Rente besser über die Runden zu kommen. Denn wer nicht zusätzlich vorgesorgt hat, stößt schnell an sein finanzielles Limit. Sich allein auf die gesetzliche Rente zu verlassen, ist keine gute Idee.“

Schummelseiten und der Top-Ten-Teil bieten einen kompakten Überblick – ideal für alle, die mal schnell nachschlagen möchten, ob ihre Rente noch sicher ist!

Verlag Wiley-VCH 2022, 320 Seiten, € 20,00 (D)
ISBN‎ 978-3527719440
 
 

Finanzplaner Witwen und Witwer
 
Finanzplaner Witwen und Witwer
Alle Antworten auf finanzielle Fragen

Witwen und Witwer müssen nicht nur Tod und Verlust eines nahen Menschen verkraften. Es kommen finanzielle Veränderungen und Herausforderungen dazu. Denn mit dem Tod des Partners ändert sich oft das Haushaltseinkommen, Rente oder Gehalt von Partner oder Partnerin fallen weg. In dieser Situation bietet der neue Ratgeber der Stiftung Warentest, der Finanzplaner Witwen und Witwer, praktische Unterstützung.

Die Trauerfeier organisieren, Versicherer und Vermieter informieren, Kontounterlagen sichten und die Hinterbliebenenrente beantragen: Gerade in der ersten Zeit gibt es viel zu erledigen. Der Finanzratgeber erklärt Schritt für Schritt, was jetzt zu tun ist, was schnell erledigt werden muss und was noch Zeit hat.

„Dieser Ratgeber spannt den Bogen von der Zeit kurz nach dem Verlust bis hin zur längerfristig angelegten Zukunftsplanung,“ so die Finanztest-Expertin und Autorin Isabell Pohlmann.

Das Buch deckt die wichtigsten Bereiche ab – von Alltagsverträgen über Immobilie, Erbschaftsteuer und Geldanlage bis zu Versicherungen: Welche regelmäßigen Einnahmen stehen zur Verfügung, um künftig im Alltag klarzukommen? Wie lassen sich in der neuen Situation Beruf und Familie so gut es geht vereinbaren? Was ist wichtig im Umgang mit dem Finanzamt und wie kann die künftige Strategie für Geldanlage und Altersvorsorge aussehen? Zahlreiche Checklisten und Infografiken bieten einen schnellen Überblick.

Die Autorin Isabell Pohlmann arbeitet freiberuflich als Journalistin für Finanzen und Verbraucherfragen. Zuvor war sie Redakteurin der Zeitschrift Finanztest. Sie hat bereits mehrere Bücher für die Stiftung Warentest geschrieben, unter anderem Das Versicherungs-Set, Meine Rente, Finanzplaner Frauen und Finanzplaner 60+.

Finanzplaner Witwen und Witwer hat 176 Seiten und ist ab dem 12. April für 19,90 Euro im Handel erhältlich oder kann online bestellt werden unter test.de
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Buch: Gelassen leben
Cover Gelassen leben (c) Stiftung Warentest
 
Buch: Gelassen leben
Lieber rauslassen als unterdrücken

Gesundheit – auch die mentale – ist das höchste Gut. Fernab von Selbstoptimierung und Esoterik will der Ratgeber Gelassen leben der Stiftung Warentest langfristig bei der Pflege psychischer Gesundheit unterstützen – und das vor allem praxisnah. Neben Tipps und wirksamen Übungen für den Alltag erklärt das Buch wie individuell wir Stress erleben, und wie wir damit in den unterschiedlichsten Lebensbereichen von Beruf bis Partnerschaft umgehen können.

Gelassenheit, Glücksempfinden und Selbstfürsorge lassen sich trainieren – man muss nur wissen wie. Unter den Kapiteln zu Stressbewältigung, Lebensfreude und Sex, Selbstliebe, Beziehungen und Kommunikation werden nützliche Alltagsübungen mit wissenschaftlichen Hintergründen verknüpft.

Das Buch arbeitet mit dem Doppelseiten-Prinzip: Vermeintlich sinnvolle Praktiken zur Stressbewältigung, die häufig eher zu mehr Unzufriedenheit führen, werden den wirksamen Methoden für mehr Gelassenheit gegenübergestellt. Das räumt auch einige Vorurteile aus dem Weg. Ganz individuell können sich Leserinnen und Leser durch den Ratgeber navigieren. Ob sie dabei chronologisch vorgehen oder – perfekt für Zwischendurch – punktuell die persönlich relevanten Themen herausgreifen, bleibt jeder und jedem selbst überlassen.

Die Autorin Katharina Middendorf ist deutschlandweit als Expertin für Yoga und speziell Yogatherapie bekannt. Sie bildet Yogalehrer und -lehrerinnen aus und weiter, seit 2013 an einer eigenen Schule in Berlin. Darüber hinaus arbeitet die studierte Diplom-Kommunikationswirtin als systemische Paar- und Sexualtherapeutin zusammen mit ihrem Mann in eigener Praxis.

„Gelassen leben – Achtsamkeit lernen und Stress reduzieren“ ist ab dem 7. Dezember 2021 im Handel und kostet 16,90 Euro. Über www.test.de/gelassen-leben kann das Buch online bestellt werden.

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Drei Fragen an die Auto­rin Katharina Middendorf

Acht­samkeit – ein großes Thema. Wie fängt man am besten damit an?

Ich persönlich finde – das mag daran liegen, dass ich begeistert Yoga praktiziere und weitergebe –, dass der Atem ein sehr guter Einstieg in die Methode der Acht­samkeit ist. Den Atem haben wir immer dabei! Es ist erstaunlich, wie wir Menschen den Atem oft gar nicht bemerken, ihn anhalten oder verpassen. Ein erster Schritt in die Acht­samkeit hinein kann also damit beginnen, dass man sich über­haupt erst bewusst macht, dass man atmet. Und wenn man dann Gefallen an dieser Beob­achtung findet, kann man ein Stück weiter gehen und bemerken, dass der Ein- und der Ausatem Drei Fragen an die Auto­rin Katharina Midden­dorf unterschiedliche Qualitäten haben. Dann bemerkt man plötzlich, dass es verschiedene Regionen im Körper gibt, die beim Atmen mithelfen und das in unterschiedlicher Art und Weise, je nachdem wie es uns gerade geht. Viele Menschen, die akut Angst haben, atmen z.B. nicht mehr in den Bauch. Wenn ich das beob­achten kann, dann stehe ich mit beiden Füßen schon mitten­drin, in der Methode der Acht­samkeit.

Und wie bleibt man weiter am Ball? Wie lässt sich Acht­samkeit auch lang­fristig in den Alltag integrieren?

Gewöhnung ist ein wichtiger Baustein im Prozess: Dinge, die einem gut tun in den Alltag zu integrieren. Das bedeutet, dass ich mich unter Umständen mal ein paar Wochen disziplinieren muss, mich selbst etwas heraus­fordere, um dann genügend positive Wirkungs­erfahrungen gemacht zu haben, damit ich selbst die Entscheidung treffe, nicht mehr damit aufhören zu wollen. 

Welches Thema des Buches liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen und warum?

Die Part­nerschaft, der Sex und die Kommunikation. Alles drei erlebe ich täglich als stress­behaftet in unserer Praxis als Paar- und Sexual­therapeutin. Und die meisten von unseren Klient*innen kommen, weil sie denken, dass mit ihnen was nicht stimmt. Doch viel häufiger haben ungüns­tige Stress­antworten der letzten Wochen oder Jahre wie Vorwürfe oder Angriffe dazu geführt, dass sich die Liebe und die Lust klein gemacht haben. Und weil alle drei Bereiche in meinen Augen elementar dazu beitragen, dass wir Lebens­qualität erleben, liegen mir diese Schwer­punkte besonders am Herzen. 
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Buchtipp: Bernd Ingmar Gutberlet
 
Buchtipp: Bernd Ingmar Gutberlet "Heimsuchung"
Seuchen und Pandemien: Vom Schrecken zum Fortschritt

Wie die Menschheit aus jeder Krise gestärkt hervorging: Bei aller Heimsuchung und allem Schrecken ist die Geschichte der Seuchen eine Erfolgs- und Fortschrittsgeschichte, und das nicht nur medizinisch. Während bis vor rund hundert Jahren Infektionskrankheiten die Todesursache Nummer eins waren, wurden sie – nicht zuletzt durch die in Pandemien gesammelten Erfahrungen – in den westlichen Industrieländern seither zurückgedrängt. Damit stieg die Lebenserwartung der Menschen in beträchtlichem Maße.

Darüber hinaus schrieben viele Seuchen und Pandemien große Geschichte – im Guten wie im Schlechten. Während sich die Masern als unsichtbare Unterstützer bei der Eroberung der Neuen Welt einen unrühmlichen Namen machten, wurden gegen die Pocken zum ersten Mal Impfungen eingesetzt. Der Cholera ist es zu verdanken, dass im 19. Jahrhundert große Fortschritte bei städtischen Hygienekonzepten und der Kanalisation gemacht wurden; die Tuberkulose richtete den Blick auf die Schattenseiten der Industrialisierung – und damit auch auf zu ergreifende Gegenmaßnahmen. Bei der Spanischen Grippe 1918 hingegen versagten die meisten Staaten beim Schutz der Menschen weitgehend.

Viele Einzelaspekte aus der Seuchengeschichte kommen uns heute nur allzu bekannt vor: von Verschwörungstheorien und rabiaten Schutzmaßnahmen über Lockdown und Impfgegner bis hin zum mutigen und aufopferungsvollen Einsatz für Kranke und andere Leidtragende und der Fähigkeit, als Gesellschaft zusammenzustehen und der Herausforderung zu trotzen.

Bei allem damit verbundenen Leid profitieren wir auch in der Corona-Pandemie von den Lehren aus der Seuchengeschichte. Das Buch ermöglicht durch die Rückschau auf vergangene, überstandene Pandemien einen Blick auf die Gegenwart, der nicht nur erhellend, abwechslungsreich und unterhaltsam, sondern auch bestärkend ist.

Europa Verlag 2021, 368 Seiten, € 24,00 (D), 24,70 (A)
ISBN 978-3-95890-426-2
 
 



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